Freitag, 13. Januar 2012, 17 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
Zeitstaub
Horst von Bassewitz - Zeichnungen
Zur Eröffnung spricht Asfa-Wossen Asserate
Begrüßung: Ulrich Greiner
Eintritt zur Eröffnung frei, danach €: 3,-
/ erm. 2,-
Ausstellung bis zum 26. Februar 2012. Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Horst von Bassewitz, freischaffender Architekt in Hamburg, reist als Beobachter
zeichnend durch die Welt. Für seine Tätigkeit als Architekt und darüber hinaus ist ihm Zeichnen ein Stück Lebensaufgabe und –inhalt.
Zeichnen ist ihm nicht nur ein Mittel der Verständigung, sondern auch der
Selbstverständigung.
Die Ausstellung „Zeitstaub“, zu der ein Katalog mit einer Einführung von
Asfa -Wossen Asserate im Nicolai-Verlag erscheint, enthält Zeichnungen mit
Beispielen der Baugeschichte aus Europa, Afrika und Asien.
Sämtliche Zeichnungen seiner Ausstellung entstanden an Ort und Stelle; sie sind
keine getreuen Wiedergaben vorgefundener Formen, sondern die unmittelbare
Umsetzung des Gesehenen in eine Chiffre, die nur das Wesentliche und
Charakteristische der Objekte zeigt; die Imagination ergänzt den Rest.
Er beginnt sein Bild vom Bild, das er vor sich hat, wie beim Briefeschreiben „....Zeile für Zeile...“, frei nach Heinrich v. Kleist : „..die allmähliche Verfertigung der
Gedanken beim Zeichnen…“.
Er sucht seine Sujets nicht als eiliger Tourist, dem oft das schnelle Photo genügt. Er
mißtraut dem Photo als Dokument des Gesehenen insbesondere, seitdem das digitale
Zeitalter alle Möglichkeiten der Manipulation bietet und das Echte bald nicht mehr vom
Unechten zu unterscheiden sein wird. Da ist wenigstens die Zeichnung am Objekt
unbestechlich.
Er sucht das Augenglück als Zeichner, der versucht, den Dingen auf den Grund zu
kommen. Er sucht einen Weg, um aus dem Kleinen das Große zu verstehen und
sich mit der Geschichte der Bauten, die er darstellt, auseinandersetzen. In seinen
Zeichnungen reduziert er die Natur auf das für das Auge Wesentliche der
Wahrnehmung.
Zeichnend studiert er die alten Bauten, versucht, die kulturellen, religiösen, politischen und menschlichen Beweggründe ihrer Existenz , ihre Gestalt, ihren
beklagenswerten oder bewunderungswürdigen Zustand und die Wirkung, die
davon ausgeht, zu erfahren:
die Würde des Alters, die Kräfte der Vergänglichkeit,
die Patina als Wert, den Charme des Verfalls....
Immer wieder reizt es ihn, den Zustand eines Hauses, die Poesie des Ruinösen
oder die Melancholie der Schönheit im Vergänglichen -den „Staub der Zeit“ - in
wenigen Bleistiftstrichen und oft als Fragment darzustellen.
Dabei erzählt das Bild, was im Kopf des zeichnenden Architekten vonstatten ging,
denn : “...man sieht nur, was man weiß....“