Sieben Wochen nach der Hamburger Bürgerschaftswahl nimmt das Präsidium der Freien Akademie der Künste in einem Offenen Brief an den Präses des Senats Stellung zur Neubesetzung des Amtes des Kultursenators.
Den genauen Wortlaut des Schreibens finden sie unten.
Offener Brief
An den Präses des Senats und
Ersten Bürgermeister
Herrn Ole von Beust
Rathaus
20095 Hamburg
Hamburg, 9. November 2001
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
das Präsidium der Freien Akademie der Künste beobachtet mit Sorge
die Versuche, eine geeignete Persönlichkeit für das Amt des Kultursenators
(der -senatorin) zu finden.
Wenn auch nur der Anschein entstanden wäre, bei Kunst und Kultur handle es sich um Fragen zweiten Ranges, - der Schaden für den neuen Senat, für das Ansehen Hamburgs ist groß genug.
Kunst und Kultur sind Grundelemente einer humanen Gesellschaft, nicht etwa
die bloße Ausschmückung eines ohne sie stattfindenden Lebens. Menschsein
im vollen Sinn des Wortes ist ohne sie nicht denkbar.
Doch wenn schon die existenzielle Bedeutung von Kunst und Kultur nicht erkannt
wird, der oft beschworene, völlig unbestreitbare Standortvorteil sollte
selbst hartgesottene Pragmatiker überzeugen.
Deshalb bitten wir Sie, eine dem Gewicht der Sache angemessene Lösung so bald irgendmöglich herbeizuführen.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr
Prof. Armin Sandig
für das Präsidium:
(Horst von Bassewitz, Prof. Hark Bohm, Prof. Friedhelm Grundmann, Prof.
Peter Michael Hamel, Prof. Hans Kock, Arno Surminski, Peter Striebeck, Prof.
Asmus Werner)