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Montag, 3. März 2008,
18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
Vergessene Moderne - Neues Bauen in Breslau/Wroclaw
Fotografien von Niclas Förster -
Einführung: Vladimír Šlapeta
Geöffnet bis 30. März 2008, Di. - So. 11 bis 18 Uhr
Von Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre war Breslau
als damals viertgrößte Stadt des Deutschen Reiches eines der
Zentren des Neuen Bauens. Über die bekannten Bauten der
Architekturgeschichte wie die Jahrhunderthalle von Max Berg oder
das Kaufhaus Petersdorff von Erich Mendelsohn hinaus ist das heutige
Wroclaw reich an nicht minder bedeutender Architektur dieser
Zeit sowie einigen für die Entwicklung der Moderne maßgebenden
Referenzbauten wie dem Wasserhebewerk des englischen
Ingenieurs James Moore.
Die Breslauer Kunstgewerbeschule - seit 1911 Kunstakademie - mit
ihrem Direktor Hans Poelzig (hier 1906-16) nahm mit der Einrichtung
von Werkstätten fortschrittliche Lehrmethoden des Bauhauses vorweg
und forcierte eine Zusammenarbeit von Künstlern und
Architekten, die sich auch heute noch an den Bauten der Zeit ablesen
lässt. Hier unterrichteten August Endell, Adolf Rading, Hans
Scharoun und Heinrich Lauterbach. Diese „Großen“, wie auch ihre
Schüler Heinrich Tischler, Moritz Hadda, Hugo Leipziger und Albrecht
Jäger u.a. hinterließen eine Vielzahl bemerkenswerter Siedlungen,
Wohn- und Geschäftshäuser, Handels- und Industrie- sowie Schulund
Sportbauten, die vom reformerischen Geist der Zeit zeugen.
Dass erstaunlich viele dieser Zeugnisse den Zweiten Weltkrieg sowie
den jahrzehntelangen Verbleib hinter dem eisernen Vorhang überdauert
haben und in welchem Zustand sie sich heute befinden,
dokumentieren die Fotografien von Niclas Förster, die die Freie
Akademie der Künste vom 4. bis 30 März 2008 zeigt.
Die Aufnahmen entstanden im Zusammenhang mit der Arbeit an dem Buch "Wroclaw/Breslau - Die Architektur der Moderne" (Herausgeber: Konstanze Beelitz, Niclas Förster, Wasmuth-Verlag Tübingen, Via Nova-Verlag Wroclaw, 2006).
Die Fotografien sind in einer Sachlichkeit aufgenommen, die den Geist und den Stilkanon der Entstehungszeit einfangen, dabei aber das heutige Polen und den Gebrauch der Objekte nicht auslassen.
Niclas Förster, Dipl.- Ing. Architekt, geb. 1969 in Hamburg, studierte Architektur an der Muthesiusschule Kiel und der UdK Berlin. 2002 realisierte er den Dokumentarfilm "Tel Aviv- Transformation/ Experiment" über die Bauten emigrierter jüdischer Architekten in Palästina.
Die Publikation "Wroclaw/Breslau - Die Architektur der Moderne", Paperback, 174 Seiten mit 110 Abbildungen in Duoton und 35 Plänen, wird während der Ausstellungsdauer zu einem Preis von 12,80 € erhältlich sein. |
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