Gründung der Sektion Medien

    Nach längerer Vorbereitung hat die Freie Akademie der Künste auf ihrer letzten Vollversammlung die Gründung einer neuen Sektion beschlossen.
    Mit dieser Erweiterung auf das Gebiet der elektronischen Medien wird ein neues Kapitel in der bald 50jährigen Akademie-Geschichte eröffnet.
    Neben den bisher bestehenden Sektionen Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik wird fortan die Sektion Medien geben, die die Ziele der Akademie auf dem Gebiet der künstlerisch intendierten Medien vertritt.

    Präsident Armin Sandig auf der Pressekonferenz am 15. November 1999:

    "Eine Mediensektion haben wir seit längerem geplant. Die konkreten Vorbereitungen laufen seit über einem Jahr. Unser Mitgründer und Gründungspräsident Hans Henny Jahnn, selbst mehr als eine Doppelbegabung: Schriftsteller, und zwar Epiker und Dramatiker, Musikkenner und -verleger, Orgelbauer, Architekt, Hormonforscher, Atomgegner der ersten Stunde, einer der Pioniere des ökologischen Denkens - ein vielseitig interessierter Mann, man könnte sagen eine Ein-Mann-Akademie.
    Das Grundprinzip aller Akademien der Künste, natürlich auch der Freien Akademie in Hamburg: die Versammlung aller Künste unter einem Dach zwecks Gedankenaustausch, Kooperationen, Erörterungen der Grenzen der einzelnen Künste und dessen, was ihnen gemeinsam ist, Demonstration der Zusammengehörigkeit der Künste.
    Der Films (im Kino wie im Fernsehen), ist unübersehbar zu einem wichtigen Medium der Künste geworden. Zu einem der wichtigsten, gemessen an der Zahl seiner Rezipienten. Wobei die Zahl ein höchst fragwürdiger Maßstab für die künstlerische Hervorbringung ist, die stets auch Qualität -wie immer definiert- voraussetzt.
    Zudem erfüllt gerade der Film ansich das Grundprinzip der Akademie. Auch er versammelt die verschiedenen Künste unter einem Dach, - zu einem Werk: Drehbuch ist Literatur, die Kulissen (vornehmer: Filmbauten genannt) Architektur, die Filmmusik (was sie im zweiten Teil des zusammengesetzten Hauptwortes aussagt), Musik, Schauspielerinnen und Schauspieler, Regisseur und Dramaturgen repräsentieren die Darstellende Kunst, einzig die Bildende Kunst kommt nicht immer vor.
    Ein weiterer, zwar äußerlicher aber nicht unwichtiger Grund ist, dass, gerade in einer Stadt wie Hamburg, die sich als Medienstadt versteht und gerne Medienstadt bleiben will, eine Akademie der Künste diese Medien in einer eigenen Sektion repräsentieren, und zwar überregional repräsentieren sollte.
    Vertreter der Medien sind seit längerem schon Mitglieder unserer Akademie: Rolf Hädrich, Dieter Meichsner, Katharina Thalbach, doch  strenge Zuwahlkriterien und vor allem das Quorum erlauben keine angemessene Repräsentanz in den anderen Sektionen, hauptsächlich der Darstellenden Kunst. Also Grund genug, heute eine eigenen Sektion ins Leben zu rufen, die dann die Möglichkeit hat, sich Schritt für Schritt bis zu max. 37 Mitglieder zu ergänzen."