© Sturm & Loeding

 

Donnerstag, 10. November 2016, 18 Uhr
Eröffnung der Ausstellung
"Messersteck"
Arbeiten von
Ellen Sturm & Peter Loeding
Zur Eröffnung sprechen:
Dr. Birgit Ahrens
Johann P. Tammen
Jan-Olaf Gebbers

Geöffnet bis 18. Dezember 2016, dienstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr
Eintritt zur Eröffnung frei, danach 5,- / erm. 3,-

 

Der Mensch in seiner Zeit. – Er wird auf seinen Lebensreisen und mit seinen Weltwahrnehmungen in den bildpoetischen Wahrspiegelungen der Künstler Ellen Sturm (* 1964) und Peter Loeding (1936 - 2013) zum rühmlichen Protagonisten. Stellvertretend für seine Schöpfer, tritt er zustandsgebunden und zeitlos zugleich in den Raum.
Als Spuren und Zeugnisse des künstlerischen Schaffens beider aus gemeinsamer Zeit als Paar, geben die Arbeiten in der Ausstellung »MESSERSTECK« einen weitgefächerten Einblick in die künstlerische Schaffenswelt von Ellen Sturm und Peter Loeding. – »Messersteck«, dieses erinnerungssatte Spielbudenwort aus den Nachkriegsjahren, bezeichnet ein uraltes Kinderspiel aus dem heimischen Hinterhof- oder Schulhofmilieu, wie es das Paar Sturm-Loeding zeitversetzt um annähernd drei Jahrzehnte unabhängig voneinander hingebungsvoll – und das Verlieren hassend – auszutesten liebte.
Die Werke beider schaffen sich ihren jeweils eigenen Kosmos. Widerständig, stilsicher und aussagepotent, beziehen sie raumgreifend Stellung, positionieren sich individuell und dennoch in sprechender Dopplung der Effekte – und bilden in der gemeinsamen Schnittstelle des Holzschnitts gleichsam eine Einheit von Bildhauerei und Malerei.
Die inkorporierte Kraft und Vitalität der Kämpferfiguren Ellen Sturms, die kompakte Leiblichkeit als Summenausdruck einer nun endlich wahrgewordenen Autonomie, stehen den Kummerland- und Weltenbrand-Warntafeln, jenen häufig vom Kriegsgreuel geprägten Erinnerungswuchten und Überlebensmetaphern Peter Loedings gegenüber. Einem ernsten Spiel gleich, dem Kinderspaß »Messersteck« nicht unähnlich, stecken diese memento mori und Lebensalltags-heiterkeiten ihr Territorium ab, erobern sich gegenseitig und demonstrieren so ihre je eigene Wahrheit.
Ohne das eigene Feld (das tumultarisch abgezirkelte »Messersteck«-Gelände) zu verlassen, bewegen sich die beiden Spieler mit großer Einfühlungsgabe um ihren gemeinsamen Schnittpunkt – und verlieren sich dabei nicht aus den Augen.