Jagoda Marinić © Dorothee Piroelle - Armin Nassehi © Hans-Günther Kaufmann - Andreas Zick © Pressestelle der Universität Bielefeld

Montag, 19. September 2016, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg
Das Philosophische Café Extra.
Das Fremde? Das Eigene?
Abschied vom Entweder-oder!

Gäste: Jagoda Marinić, Armin Nassehi und Andreas Zick
Gastgeber: Reinhard Kahl
Eintritt: 14,- / erm. 10,-
Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum

Eine Gesellschaft ohne Fremdheit, völlig transparent. Alles wäre vertraut. Die Hölle, sagt dazu Armin Nassehi. Allerdings wäre ohne Vertrautes und ein Heimatsgefühl die Fremdheit nicht auszuhalten. Der Professor für Soziologie in München ist Sohn einer Schwäbin und eines Persers. Nassehi plädiert für die Offenheit in einer unfertigen Welt, schon weil Dank der Mängel alles weiter geht. Er ist Herausgeber des »Kursbuch«. Zuletzt: »Die letzten Stunden der Wahrheit« (Murmann).

»Das Deutsche hat nun immer selbstverständlicher werdende Besonderheiten.« So erlebt Jagoda Marinić unser Land. Die Tochter kroatischer ›Gastarbeiter‹ sagt: »Ich komme mit den Bindestrichen ganz gut klar.« Das gilt für die Autorin von Theaterstücken, Essays und Romanen in vielerlei Hinsicht. Nachts schreibt sie, tagsüber leitet sie das Interkulturelle Zentrum Heidelberg. Ihr jüngstes Buch: »Made in Germany – Was ist deutsch in Deutschland?« (Hoffmann und Campe).

Was bringt junge Menschen hierzulande dazu sich einer islamistischen Terrorgruppe oder rechtsradikalen Horden anzuschließen? Eine der Fragen von Andreas Zick. Er leitet an der Universität Bielfeld das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung. Kürzlich erhielt er den Communicator-Preis. Zuletzt: »Fragile Mitte« (Dietz).

Bereits vor 100 Jahren plädierte der Maler Wassily Kandinsky für das Wörtchen ›und‹. Es sollte das gewalttätige ›Entweder-oder‹ ablösen.