© Klaus Modick:Stephan Meyer-Bergfeld | Leonard Cohen: Guillaume Laurent | Umschlag: KiWi-Verlag

Montag, 17. Februar 2020, 19 Uhr
Klaus Modick
über
LEONARD COHEN
Vorstellung des Band 5 der Kiwi-Musikbibliothek
Eintritt: 8,- / erm. 5,-


Um die Wirkung des Songs nicht durch ein anderes Lied zu zerstören, schaltete er das Radio aus. Das Magische Auge wandelte sich von dunkelflaschengrün zu türkis und versank dann in der Dunkelheit. Indem er versuchte, in der Erinnerung Melodie und Textfragmente noch einmal zusammenzufügen, wurden sie immer unverständlicher, fremder, als wären sie aus einer anderen Welt gekommen. Das Lied löste sich langsam von Lukas ab, Suzanne entließ ihn aus ihren Armen und verdunstete in einem traumlosen Schlaf.

Um 1968 tingeln Lukas und Harry als Zwei-Mann-Band durch die deutsche Provinz, covern Beatles, Kinks und Donovan, und denken: Besser geht’s nicht. Bis Lukas eines Nachts im Radio Leonard Cohens »Suzanne« hört, aber sich weder Titel noch Interpret merken kann. Die kokette Gitte und die erfahrene Julia werden ihm auf der Suche nach dieser einen lebensverändernden Platte behilflich sein. Zehn Jahre später macht Lukas sich auf nach Nirgendwo, nur mit Cohens Gedichten im Gepäck. Er landet auf einer griechischen Insel und trifft dort die mysteriöse Dänin Meret. Doch am Ende bleiben weder Gitte, Julia noch Meret, am Ende bleibt Leonard Cohen. Für immer.

Klaus Modick, geboren 1951, studierte in Hamburg Germanistik, Geschichte und Pädagogik, promovierte mit einer Arbeit über Lion Feuchtwanger und arbeitete danach u.a. als Lehrbeauftragter und Werbetexter. Seit 1984 ist er freier Schriftsteller und Übersetzer und lebt nach diversen Auslandsaufenthalten und Dozenturen wieder in seiner Geburtsstadt Oldenburg. Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nicolas-Born-Preis, dem Bettina-von-Arnim-Preis und dem Rheingau Literatur Preis. Zudem war er Stipendiat der Villa Massimo sowie der Villa Aurora. Zu seinen erfolgreichsten Romanen zählen »Der kretische Gast« (2003), »Sunset« (2011), »Konzert ohne Dichter« (2015) und »Keyserlings Geheimnis« (2018).