Les Cousins Germains (© Michael Holz) | Katharina Duve (© Katharina Duve) | Screenshot aus "'Pandamoon Walk or Why Meng Meng walks backwards' (© Kerstin Honeit)

Abgesagt !

Sonnabend, 25. April 2020, 18 bis 2 Uhr
Die Lange Nacht der Museen 2020
„Wer zuletzt lacht, lacht am letzten“
Eintritt: 17,- / erm. 12,-

Die Akademie ist eine Künstlervereinigung. Und sie, die Künstler selbst, entwickeln und bestreiten das Programm: Im Zentrum der Langen Nacht der Museen steht diesmal die Ausstellung „Der Himmel ist meine Hose“ mit Arbeiten des Bildhauers Reinhold Engberding. Zu Gast sind außerdem die Cousins Germains mit ihren Chansons und der Autor Sven Amtsberg, der uns die Psyche des Mannes erläutert. Dazu gibt es drei Kurzfilme.

PROGRAMM:

19:00 Uhr Reinhold Engberding – der Bildhauer führt durch seine Ausstellung „V E S T oder Der Himmel ist meine Hose“. (Dauer ca. 15 Minuten)

20:00 Uhr Les Cousins Germains 'Swing la Chanson' - savoir-vivre als musikalisches Destillat. (Dauer ca. 20 Min.)

21:00 Uhr Sven Amtsberg: „Hoden, Hack und HSV. Sensible Geschichten zur Einführung in die Psyche des Mannes“ (Dauer ca. 20 Minuten)

22:00 Uhr Les Cousins Germains 'Swing la Chanson' - savoir-vivre als musikalisches Destillat. (Dauer ca. 20 Min.)

23:00 Uhr Kurzfilme und Live-Performance: 'Pandamoon Walk or Why Meng Meng walks backwards' von Kerstin Honeit (8 Min.), 'Busby' von Anna Henckel Donnersmark (3:12 Min.) und „(Im)possible Identities – What can we learn from Ghosts?“ Lecture Performance von und mit Katharina Duve

00:00 Uhr Kurzfilme: 'Pandamoon Walk or Why Meng Meng walks backwards' von Kerstin Honeit (8 Min.), 'Busby' von Anna Henckel

Donnersmark (3:12 Min.) und „Suzzanna van Osch“ von Katharina Duve (10:50 Min), Indonesien – Deutschland, 2019



Die Bar ist von 18:00 - 2:00 Uhr geöffnet.

 

V E S T oder Der Himmel ist meine Hose: Was sollte mit über viele Jahre nah am Körper getragenen Kleidungsstücken geschehen, wenn der Verschleiß zu deutlich wird oder die Träger gestorben sind? Seit 2006 denkt Engberding über diese Frage nach und arbeitet seither mit diesem Material. Waren es anfangs ausschließlich Jacketts und Hosen, sind es heute auch noch sehr viel näher am Leib getragene Textilien. Er nimmt sie auseinander, kombiniert sie mit Unerwartetem oder setzt sie neu zusammen, füllt und vernäht oder vernadelt sie zu eigenartigen kleinen Wesen. Es entstehen größere Installationen und kleine Skulpturen. Als „Textilarbeiter“ kann er sich zwar auf hochprofessionelle Vorfahren, einen Großvater und eine Großtante, jeweils mit eigener Werkstatt und Angestellten, beziehen, dies ist aber doch ein eher unwichtiges biographisches Detail. Engberding schätzt den handwerklichen Umgang mit dem eigenartig „belebten“ Material und liebt es, das benutzte Tuch auch gegen den Strich neu zu formen. Das titelgebende Wort Vest hat Engberding aus dem Englischen, es bedeutet Leibchen. Heute kaum noch gebräuchlich, kennzeichnet dieses Wort ein nah am Oberkörper getragenes Kleidungsstück. Löst man es von dieser Bedeutung, liest man es grammatisch, entsteht ein „kleiner Leib“. Und damit wären wir sehr nah bei dem, zu was der Künstler das Material formt.

Les Cousins Germains Chanson geht auch anders – das zeigen LES COUSINS GERMAINS. Jenseits der ausgetretenen Pfade begeistert das französisch-deutsche Ensemble mit lebensfrohen, beschwingten Arrangements, die zum Tanzen einladen und französischen Texten, die zum Nachdenken anregen. Unpathetisch und authentisch bringen sie pure Lebensfreude auf die Bühne – savoir-vivre als musikalisches Destillat. Sie präsentieren ein breites Spektrum eigener Kompositionen zwischen und auch spannende Neuinterpretationen bekannter Werke gekonnt und einfühlsam. Das akustische Setup mit zwei Gitarren, Flöte, Akkordeon und Kontrabass gibt den Chansons ihren charmanten und natürlichen Charakter.

Sven Amtsberg Hoden, Hack und HSV - Sensible Geschichten zur Einführung in die Psyche des Mannes. Der Mann gibt noch immer Rätsel auf. Sven Amtsberg löst sie an diesem Abend. Geboren in Las Vegas, aufgewachsen in Langenhagen paart Sven Amtsberg die großen Gesten mit dem Habitus des kleinen Mannes. Amtsberg gilt als Erfinder des Yoga für Betrunkene. Möbelkaraoke, Männermeditation, sowie Geschichten im Spannungsfeld zwischen Gefühlsduselei und Grobschlächtigem sind die Eckpfeiler seines Erfolgs. Sven Amtsberg ist weltberühmt. Zumindest in Hamburg. Außerdem nimmt er es mit der Wahrheit nicht so genau.
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Dieser Mann ist ein Lügner. Ein Scharlatan. Ein Einseifer und Augenwischer. Kurz: ein Künstler. Wie Heinz Strunk mit einem gehörigen Schuss Kafka« (DIE ZEIT)

Pandamoon Walk or Why Meng Meng walks backwards, der Film von Kerstin Honeit beschäftigt sich anhand der an den Berliner Zoo ausgeliehenen Panda-Bären Meng Meng und Jiao Qing auf sehr spezielle Weise mit dem Thema Protest und seinen Formen.

'Busby' von Anna Henckel Donnersmark (3:12 Min., 35mm, 1997): „Vor schwarzem Hintergrund entwickelt sich scherenschnittartig ein fließendes Spiel der Finger, Hände und Arme. Die durch Computeranimation verfielfältigten Elemente deklinieren alle grafischen Möglichkeiten im Rhythmus einer Musik, die einen Hauch von Hollywood verströmt.“

Die Hamburger Künstlerin Katharina Duve hat im Rahmen eines Künstlerresidenz-Programms des Goethe-Instituts drei Monate in der indonesischen Stadt Yogyakarta verbracht. Die Performance „(Im)possible Identities – What can we learn from Ghosts?“ basiert auf den Ergebnissen ihrer Forschungen zum Thema Geisterglauben in Java.

Suzzanna van Osch“. Ausgehend von der These, dass Biografien ständig im Fluss sind und per se Widersprüche in sich vereinen, spürt der experimentelle Dokumentarfilm von Katharina Duve mit der Figur der als Ikone des indonesischen Horror-Films geltenden Schauspielerin Suzzanna van Osch den ungreifbaren Identitäten von Geistern nach.