"25 Jahre Planen und Bauen in der Demokratie"
Arbeiten von Akademiemitgliedern 1950-1975

gefördert durch die Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. und die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank

Eröffnung: 25. Mai 2000, 18 Uhr
Ausstellung geöffnet bis 26. Juni 2000, Di. - So. 11 bis 18 Uhr

Die Ausstellung "25 Jahre Planen + Bauen in der Demokratie" hat zum Inhalt, an die Leistungen dieser Epoche zu erinnern und die Arbeiten ihrer Mitglieder in den Jahren 1950-75 zu würdigen.

Das damalige Motto "Soviel Anfang war nie" mit dem ihm innewohnenden Optimismus in den Trümmern unserer Städte stand über der Phase einer gesellschaftlichen Selbstfindung in Deutschland.

Heute können wir die Bedeutung dieser Epoche als eine Periode des geistigen Aufbruchs erkennen, in der inmitten anderer wichtiger Entwicklungen auch ein sinnvolles Verhältnis von materiellem Aufwand und inhaltlicher Wirkung erarbeitet wurde.

Viele dieser positiven Tendenzen wurden in den nachfolgenden, durch ihre zunehmende Saturiertheit bekannten Jahrzehnten nicht weiterentwickelt. Die hierdurch zwangsläufig hervorgerufenen Defizite, vor allem die kulturellen, sind inzwischen deutlich erkennbar.

Hamburg ist in der Entwicklung der 50er und 60er Jhre beispielhaft vorausgegangen. Architekten wie Bernhard Hermkes, Werner Kallmorgen, Rudolf Lodders, Ernst May oder Godber Nissen setzten Maßstäbe in den Wiederaufbaujahren. Sowohl die städtebauliche Neuordnung der Hansestadt, als auch einzelne Projekte - z.B. die Grindelhochhäuser - fanden auch international Beachtung. In den 60er Jahren ließen die Maßstäbe der Bauaufgaben die Selbstgenügsamkeit des vorangegangenen Jahrzehnts hinter sich. Internationale "Stararchitekten" wie Alvar Aalto, Arne Jacobsen oder Hans Scharoun - alle drei Akademiemitglieder - wurden nun zu Wettbewerben an die Elbe eingeladen.

Der damalige Zukunftsoptimismus, auf Vollbeschäftigung, "Wirtschaftswunder" und Fortschrittsgläubigkeit fußend, fand ein jähes Ende, als 1973 die Energiekrise die Grenzen des Wachstums aufzeigte. Bald darauf wurden auch die städtebaulichen und architektonischen Leitbilder einer Revision unterzogen. Das seinerzeit neue und populäre Schlagwort von der Postmoderne schien eine ideologische Entsorgung der architektonischen Entwicklung im 20.Jahrhundert zu versprechen.

Ausstellung und Symposium wollen daher den Versuch wagen, die Werteskala der ersten drei Nachkriegsjahrzehnte und ihre in Baukunst umgesetzten Ergebnisse und damit die "geistige Landschaft der Moderne" wieder in Erinnerung zu rufen.
Diese Ausstellung ist der Beitrag der Freien Akademie der Künste in Hamburg /
Sektion Baukunst zum Hamburger Architektur Sommer 2000.

Horst v. Bassewitz
Vorsitzender der Sektion Baukunst

Es erscheint ein Katalog mit Texten von Horst v. Bassewitz, Friedhelm Grundmann, Ralf Lange, Manfred Sack und Friedrich Spengelin. 184 Seiten, alle Ausstellungstafeln auf 146 Seiten.