Alfred Andersch (l.) und Arno Schmidt bei der Verleihung des Fontane-Preises in Berlin an Arno Schmidt am 18. März 1964.©: Landesarchiv Berlin. Fotograf: Bert Sass.

Montag, 15. September 2014, 19 Uhr
Im Rahmen des Harbourfront Literaturfestivals
„komm jetzt mal raus aus deiner Zelle“
Jahrgang 1914: Alfred Andersch & Arno Schmidt
Im Dialog vorgestellt von Hanjo Kesting.
Mit Siegfried W. Kernen und Wolf-Dietrich Sprenger
Eintritt: € 10,- / erm. 8,-

Sie waren Jahrgangsgenossen, geboren kurz bevor der Erste Weltkrieg begann: Arno Schmidt am 18. Januar 1914 in Hamburg, Alfred Andersch am 4. Februar 1914 in München. Bedingt durch den Zweiten Weltkrieg begannen beide verspätet ihre literarische Laufbahn: Andersch mit dem Essay »Deutsche Literatur in der Entscheidung«, 1948, Arno Schmidt mit der Erzählung »Leviathan«, 1949. Beide waren zentrale Autoren der westdeutschen Nachkriegsliteratur: Schmidt als sprachmächtiger Außenseiter in seiner Bargfelder Enklave, Andersch als Zeitschriftenherausgeber und Mitbegründer der Gruppe 47, der erst in den späten 50er Jahren daranging, »in Ruhe an größeren Prosaformen« zu arbeiten. Andersch war der früheste Bewunderer Arno Schmidts und blieb als Rundfunkredakteur in Stuttgart sein ständiger Förderer. Hanjo Kesting hat aus Briefen, Rezensionen und Zeitdokumenten  eine Chronik der Beziehung zusammengestellt, die ein Zeugnis ist für den unermüdlichen Einsatz eines großen Schriftstellers für einen noch größeren.