Auftakt zur Reihe
Akademiemitglieder stellen jüngere Autoren/Autorinnen vor

Am 11. Mai startet die Akademie mit der Unterstützung der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. eine literarische Veranstaltungsreihe, in der Mitglieder der Sektion Literatur jüngere Autorinnen und Autoren und ihre Arbeit vorstellen.
Die Idee der Mentorenschaft ist nicht neu und wird von der Akademie bereits im Bereich der Musik seit vielen Jahren praktiziert: Zunächst unter dem Titel "Mitglieder stellen vor...", später mit der Fragestellung "Ist Komponieren lehrbar?" präsentieren Komponisten der Akademie wie György Ligeti, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Peter Michael Hamel oder Friedhelm Döhl mit großem Erfolg jüngere Komponistenkollegen wie u. a. Jan-Müller-Wieland, Jörg Widmann oder Jörn Arnecke.
Auch die geplanten Lese- und Diskussionsveranstaltungen sind vielversprechend: Zum einen geben sie dem Akademiepublikum einen Einblick in die jüngere Literaturszene, gleichzeitig bieten sie den vorgestellten Autorinnen und Autoren ein Forum für die Vorstellung ihrer Arbeit. An zunächst drei Abenden werden Paul Kersten, Ulrich Greiner und Arno Surminski im Gespräch zwei Autorinnen und einen Autor vorstellen.
Neben der Lesung eigener Texte berichten die Protagonisten -sozusagen Generationen übergreifend- von ihrer Arbeit, den persönlichen Beweggründen, ihrer Auffassung von Literatur und den Schwierigkeiten bei der Ausübung dieser ganz besonderen Tätigkeit.

Folgende Termine sind im Mai und Juni vorgesehen:

Donnerstag, 11. Mai 2006, 19.30 Uhr
Eine Veranstaltung in der Reihe
Akademiemitglieder stellen jüngere Autoren/Autorinnen vor
PAUL KERSTEN
im Gespräch mit der Autorin
ANGELIKA OVERATH
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00 - Unterstützt durch die Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.

Angelika Overath, geb. 1957, studierte Germanistik und Geschichte. Sie arbeitet als freie Autorin und Literaturkritikerin. 1996 wurde sie mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis und 2005 mit dem Thaddäus Troll-Preis ausgezeichnet.
Veröffentlichungen: "Händler der verlorenen Farben. Wahre Geschichten" (Libelle 1998, Neuauflage 2005), "Vom Sekundenglück brennender Papierchen. Wahre Geschichten" (Libelle 2000), "Nahe Tage" (2005), "Das halbe Brot der Vögel. Portraits und Passagen" (2004 Wallstein Verlag).
Paul Kersten, geboren 1943. Studium der Literaturwissenschaft und Linguistik in Hamburg. Promotion 1970.
Von 1970 bis 1972 Lehrauftrag für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Daneben freiberuflicher Journalist.
Seit 1973 Redakteur beim NDR-Fernsehen ("Kulturjournal" und "Bücherjournal", das er noch heute moderiert).
Erhielt 1982 den Film- und Fernsehpreis des Deutschen Ärzteverbandes für das Feature "Die Traurigkeit, die töten kann". Zahlreiche literarische Veröffentlichungen, u.a. "Der alltägliche Tod meines Vaters" (1978), "Briefe eines Menschenfressers" (1987), "Abschied von einer Tochter" (1990), "Die Helligkeit der Träume" (1992), "So viele Wunden in der Luft" (2000).
Seit 1988 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg
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Dienstag, 13. Juni 2006, 19.30 Uhr
Eine Veranstaltung in der Reihe
Akademiemitglieder stellen jüngere Autoren/Autorinnen vor
Ulrich Greiner
im Gespräch mit der Autorin
Juli Zeh
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00 - Unterstützt durch die Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.

Juli Zeh, geb. 30.03.1974 in Bonn, 1993 bis 1995 Jurastudium in Passau, 1995 bis 1998 Jurastudium in Leipzig, 1998 erstes Juristisches Staatsexamen, beste Abschlussnote in Sachsen
1996 bis 2000 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, 1999 bis 2001 Juristischer Aufbaustudiengang "Recht der Europäischen Integration" (Magister, LL.M.Eur.), 2001 bis 2003 juristisches Referendariat, Landgericht Leipzig.
Bücher: "Alles auf dem Rasen", "Kleines Konversationslexikon für Haushunde", "Spieltrieb", "Ein Hund läuft durch die Republik", "Stille ist ein Geräusch", "Adler und Engel"
Essays: "Wir trauen uns nicht", "Das Gregor-Prinzip", "Genie Royal", "Sag nicht Er zu mir".

Ulrich Greiner, geboren 1945 in Offenbach; Abitur am humanistischen Heinrich-von Gagern-Gymnasium in Frankfurt am Main; Studium der Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Frankfurt am Main und Tübingen; Förderung durch das Cusanuswerk; Staatsexamen 1970. 1970 bis 1980 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit 1974 im Literaturressort der FAZ. 1980 Wechsel zum Feuilleton der ZEIT (Hamburg), 1986 bis 1995 Feuilletonchef der ZEIT, danach Kulturreporter; seit 1998 verantwortlicher Redakteur des Ressorts Literatur in der ZEIT. Fellow am Center for European Studies der Harvard University in Cambridge (USA). Gastprofessor für Literaturkritik an den Universitäten Hamburg, Essen und Göttingen und an der Washington University in St. Louis (USA). Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. 2005/06 Gastprofessur für Literaturkritik an der an der Georg-August-Universität Göttingen.
Mitglied der Freien Akademie der Künste seit 2005


Dienstag, 27. Juni 2006, 19.30 Uhr
Eine Veranstaltung in der Reihe
Akademiemitglieder stellen jüngere Autoren/Autorinnen vor
Arno Surminski
im Gespräch mit dem Autor
Christopher Weber
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00 - Unterstützt durch die Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.

Christopher Bernhard Weber, geboren 1985 in Filderstadt (Baden-Württemberg). Sommer 2004 Abitur in Pforzheim. Studiert seit Herbst 2004 am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig
Ab Herbst 2006 voraussichtlich Physik im Parallelstudium.
Veröffentlichungen in der: Litarena Literaturzeitschrift Ausgabe 12/05, Tippgemeinschaft 2006 (Jahresanthologie des DLL)
September 2005: Eingeladen zum Hattinger Förderpreis, Oktober 2005: 2. Förderpreis der Hamburger Autorenvereinigung
Arno Surminski, geboren am 20.8.1934 in Jaglack/Ostpreußen, wuchs nach der Deportation der Familie im schleswig-holsteinischen Trittau auf. Er absolvierte eine Lehre in einem Anwaltsbüro und war darauf als Anwaltsgehilfe tätig. Als 21-jähriger zog er für drei Jahre nach Kanada, aber die Sehnsucht nach Deutschland (und der deutschen Sprache) zog ihn zurück nach Trittau. In den 1960er Jahren war er bei einer Hamburger Versicherungsgesellschaft angestellt, seitdem veröffentlicht er auch als freier Wirtschafts- und Versicherungsfachjournalist.
Bekannt wurde Surminski mit vielen Erzählungen und Romanen, die sich meist mit dem Schicksal der Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und ihren Bemühungen, im Nachkriegsdeutschland Fuß zu fassen, auseinander setzen. Häufig ist seine Heimat Ostpreußen Schauplatz seiner auch autobiografisch gefärbten Prosa ("Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland" 1974, "Sommer 44 oder Wie lange fährt man von Deutschland nach Ostpreußen" 1997 u.v.a.). Sein bleibendes Verdienst, heißt es in einer Laudatio, sei es, "Ostpreußen als ein verwundetes Land ohne Rachegedanken in der Erinnerung zu bewahren". 1999 erschien "Versicherung unterm Hakenkreuz", eine Untersuchung der deutschen Versicherungswirtschaft während der Nazidiktatur.
Surminski lebt und arbeitet in Hamburg.
Seit 1990 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg