Mittwoch, 12. November 2003, 19.30 Uhr
DER ROMANTISCHE KLASSIZIST
Hector Berlioz als Schriftsteller und Kritiker
Ein literarisch-musikalischer Abend
mit Christoph Bantzer und Hanjo Kesting
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00

Hector Berlioz war eine der faszinierendsten und originellsten Künstlerpersönlichkeiten des neunzehnten Jahrhunderts. Sein Rang als Komponist ist unumstritten und sein Ansehen gerade unter Musikern nach wie vor groß. Dem entspricht aber keine wirkliche Popularität beim musikalischen Publikum, und wenn man von der berühmten "Symphonie fantastique", dem Hauptwerk seiner frühen Jahre, absieht, werden seine Werke im Konzertsaal oder auf der Opernbühne eher selten aufgeführt.
Nicht nur verkannt, sondern weitgehend vergessen ist vor allem der Schriftsteller und Kritiker Berlioz. Dabei war er ein Komponist, der mit Bravour die Feder zu führen wusste, gegen den Schlendrian im Musikbetrieb ankämpfte und auf diese Weise Einfluss gewann. Da er von seinen Kompositionen nicht leben konnte, musste er Artikel, Feuilletons und Rezensionen schreiben. Vor allem aber seine 1870, ein Jahr nach seinem Tod erschienenen Memoiren gehören zu den großen Büchern des Genres und zu den unentbehrlichen Dokumenten der Kulturgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts. Die Memoiren sind hinreißend geschrieben, mit lebhaftem Temperament und stilistischer Eleganz. Auf fünfhundert Seiten rollt hier Berlioz' bewegtes Leben ab, vom Geburtsjahr 1803 bis zum Jahr 1865, vier Jahre vor seinem Tod.
Hanjo Kesting stellt den Schriftsteller und Kritiker Berlioz vor, Christoph Bantzer liest aus dessen Schriften.