Vortrag mit Diskussion
FREIMUT DUVE, Beauftragter der OSZE für die Freiheit der Medien
Verteidigung unserer Zukunft.
Der Kampf gegen den Terror darf die Freiheit der Information nicht beschädigen.

Donnerstag, 22. November 2001, 19.30 Uhr
Eintritt: DM 6,-- / erm. 4,-- (€ 3,07 / erm. € 2,05)



Wie loyal muss, wie patriotisch darf die Presse in Kriegszeiten sein? Eine Frage, die -vor kurzem noch leichthin zu beantworten- in diesen Tagen durchaus verhandelbar scheint.
Und dies nicht nur in den unmittelbar betroffenen USA, sondern mit zunehmender Evidenz auch bei den Bündnispartnern.
Die Beurteilung von Ereignissen, die uns ausschließlich durch die Vermittlung der Medien zu Bewußtsein kommen, und somit auch die aus ihnen resultierende, politische Meinungsbildung laufen stets Gefahr, instrumentalisiert zu werden.
Ist die Nachricht (ihrer Grimm'schen Definition nach eine Neuigkeit, "um sich darnach zu richten") nicht per se ein Mittel zur Manipulation?
Bekanntermaßen stirbt in jedem Krieg zuerst die Wahrheit. Doch das Phänomen, diesem Sterben eine "moralische", Legitimation zu geben, ist relativ neu. Nachrichtensperren, Selbstzensur und die Betonung zielkonformer Details bei gleichzeitiger Ausblendung unbequemer Fakten und Bilder sind spätestens seit dem zweiten Golfkrieg schlechte Tradition.
Freimuth Duve, der sich seit 1998 als "Beauftragter der OSZE für die Freiheit der Medien" in Wien mit eben diesen Fragen auseinandersetzt, wird am kommenden Donnerstag in einem Vortrag und der Gelegenheit zu anschließender Diskussion versuchen, das Dilemma zwischen dem Auftrag zur Objektivität und der Verantwortung gegenüber den -letzlich eigenen- Interessen darzustellen.


Freimuth Duve wurde 1936 in Würzburg geboren. Studium der Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft und englischer Literatur an der Hamburger Universität. Nach seiner Tätigkeit für den Rowohlt-Verlag war er von 1980 bis 1998 als Vertreter der Freien und Hansestadt Hamburg Mitglied des Bundestages. Als Mitglied des OSZE-Parlaments leitete er das Komitee für Demokratie, Menschenrechte und humanitäre Fragen. Seit 1998 ist Freimuth Duve Beauftragter der OSZE für die Freiheit der Medien, seine zweite, jeweils dreijährige Amtszeit begann Anfang dieses Jahres. Freimuth Duve wurde mit dem Hannah Arendt Preis für Politisches Denken ausgezeichnet.