Dienstag, 19. März 2013, 19 Uhr
Hinter der Leinwand - Ein Werner-Grassmann-Abend
Filmschnipsel, Lesung und Gespräch mit dem Erfinder des Abaton.
Moderation: Ulrich Greiner
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

»So sind diese Memoiren auch eine kleine Geschichte des deutschen Films. Dass man sie mit Lust und anstrengungslos liest, liegt aber daran, dass Grassmann kein Wichtigtuer ist, sondern ein Erzähler, der die Pointe nicht nur liebt, sondern sie auch beherrscht.«
Ulrich Greiner, Die Zeit

»... ›Hinter der Leinwand‹ ist mit das schönste, anregendste und freundlichste Buch, das ich seit langer Zeit gelesen habe.«
Dietrich Kuhlbrodt

»Ein spannendes, ebenso zeitgeschichtlich wie persönlich humorvolles Buch über die legendären Pioniertage im Programmkino und über das erfolgreiche Schwimmen gegen den Strom.«
Hellmuth Karasek

Anfang der 50er Jahre gab es kaum Filmkunsttheater. Werner Grassmann eröffnete 1953 in einem alten Buchlager, das nicht mehr genutzt wurde, ein kleines Filmkunstkino mit 25 Plätzen, das Studio 1. Das Interesse unter Hamburgs Cineasten war mäßig und das kleinste Kino der Welt war häufig nicht ausverkauft, obwohl es Filme präsentierte, die kaum in Deutschland zu sehen waren. Das Kino musste 1956 wieder schließen.
Grassmann arbeitete dann als Filmproduzent (Studio 1 Filmproduktion), Filmkritiker, Radioreporter, Regisseur eigener Filme und als Regisseur beim NDR. Er war Mitbegründer der Hamburger Filmcoop. 1970 startete Grassmann seine zweite Karriere als Kinobesitzer. Er gründete zusammen mit Winfried Fedder in einer alten Garage das Abaton-Kino, bis heute eines der wichtigsten Programmkinos Deutschlands, vielfach ausgezeichnet für das filmkulturelle Engagement. Werner Grassmann selbst erhielt 2006 vom Hamburger Senat die »Biermann-Ratjen-Medaille« für sein unermüdliches Bemühen um die Filmkunst. Anekdotenreich berichtet Werner Grassmann vom Wiederaufbau der deutschen Kinowelt nach 1945 und von der Unverfrorenheit und Hartnäckigkeit, die nötig waren, seine Vision eines anspruchsvollen Kinos zu verwirklichen.

Jean Paul Friedrich Richter, Gemaelde von Heinrich Pfenninger, 1798, Gleimhaus Halberstadt