Foto: Nicole Sturz

Mittwoch, 26. März 2014, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Rowohlt-Verlag
Schamverlust - vom Wandel der Gefühlskultur.
Ulrich Greiner stellt im Gespräch mit
Nina Pauer (DIE ZEIT) sein neues Buch vor.
Burghart Klaußner liest.
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

Ein Erfolgsroman, in dem die Erzählerin genüsslich ihren Analverkehr schildert; eine Pop-Diva, die in einem Kleid aus Rindfleisch ins Rampenlicht tritt; eine knapp dem Tod entronnene Moderatorin, die vor laufender Kamera einen Heiratsantrag stammelt: leben wir in einer Kultur der Schamlosigkeit?
Scham hat mit dem Verlust der Selbstachtung zu tun. Wann und warum wir uns schämen, hängt davon ab, in welcher Kultur, in welcher Zeit wir leben. Wie sich mit den Normen für das Gebotene und Erlaubte auch das Schamempfinden verändert hat, zeigt Ulrich Greiner an zahlreichen literarischen Werken von Kleist bis Botho Strauß. Denn Scham ist eine der stärksten Antriebskräfte von Literatur. Wer sich schämt, begegnet sich selbst, und Selbstbegegnung ist die Bedingung von Literatur. Sie ist ein Archiv der Schamgeschichte. Und heute? An die Stelle der Scham ist die Furcht vor Peinlichkeiten getreten, sagt Greiner. Er schildert den Wandel der Gefühlskultur im alltäglichen Leben und unterfüttert seine Beobachtungen mit den Gedanken bedeutender Philosophen und Soziologen. So öffnet dieses elegant geschriebene Buch den Blick für die Gesichter der Scham und die Gesellschaft, in der wir leben.