Dienstag, 4. Oktober 2011, 19:30 Uhr
SOFIA GUBAIDULINA (* 24.10.1931)
Ensemble Mobile - Vladimir Anochin, Violine - Stepan Simonyan, Klavier:
Sotto Voce (2009) für Viola, 2 Gitarren und Kontrabaß
Pentimento (2008) für Violoncello, 3 Gitarren und Kontrabaß
Der Seiltänzer (1993) für Violine und Klavier
Laudatio: Hermann Rauhe
Sofia Gubaidulina beantwortet Fragen von Peter M. Hamel
Eintritt: 12,- / erm. 8,-
Details
Ensemble Mobile:
Vladimir Botchkovsky, Viola
Alexander Suslin, Kontrabass
Pavel Chlopovski, Gitarre
Christina Schorn, Gitarre
Yvonne Zehner Gitarre

Das Ensemble Mobile ist eine Kammermusikgruppe mit freier Besetzung. Im Mai 2008 lernten sich die Musiker im Rahmen der Uraufführung des Werkes „Pentimento“ von Sofia Gubaidulina für Kontrabass und 3 Gitarren in Salzburg musikalisch kennen. Das Konzert bildete zugleich einen Neuanfang. Alexander Suslin, Pavel Khlopovski und Yvonne Zehner beschlossen die gemeinsame Arbeit fortzusetzen und nannten sich Ensemble Mobile. Der Name entstand durch die freie Besetzung, die sich Projektweise ändert und erweitert, sowie dem Gedanken der musikalischen Beweglichkeit. Das Ensemble erweitertere das Repertoire, dessen Kern aus der Musik unsere Zeit und Bearbeitungen klassischer und barocker Werke besteht. Das Ensemble ist dennoch auf Grund seiner Entstehungsgeschichte mit der Musik der Komponistin Sofia Gubaidulina aufs Engste verbunden.
Vladimir Botchkovsky ist 1974 in Schostka, Ukraine geboren. Mit 6 Jahren begann er mit dem Geigenunterricht bei seinem Vater. 1985 bis 1992 studierte er an der Zentralen Musikschule des Moskauer Konservatorium in der Bratschenklasse von Maria Sitkowskaia. Es folgte das Studium am Moskauer Konservatorium bei Prof. Druzhinin. 1994 nahm er das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg bei Prof. Marius Nichiteanu auf. Von 1997 bis 1998 sammelte er unter der leitung des Chefdirigenten Günter Wand Erfahrungen als Bratschist beim NDR Sinfonieorchester. Von 2003 bis 2005 absolvierte er sein Konzertexamen bei den Professoren Andrea Darzin und Me Jin Moon. Zum Abschluss folgte ein Solistenauftritt mit den Hamburger Symphonikern. Er war Stipendiat der Otto-Stöterau- Stiftung (1994-1995) sowie der Franz Wirth-Gedächtnis-Stiftung (2003-2004).
Er musizierte u.a. in den Kammerensemble „Camerata Hamburg“ unter Leitung von Emil Klein, den Scardanelli Quartett und dem Hamburger Mozart-Orchester. Von 2005 bis 2006 war er Solobratschist beim Aalborg-Symphonieorchester in Dänemark.
Als Solist trat er in Deutschland und weiten Teilen Europas auf.
Pavel Khlopovskiy ist 1975 in Moskau in eine Musikerfamilie geboren. Seit dem sechsten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht bei Valery Asmolov an der Musikschule in Moskau.  1990 bis 1992 studierte er Gitarre bei Natalia Ivanova-Kramskaya an der Tchaikovski Musikkollege in Moskau. Zwischen 1992 und 1997 setzte er seine Studien bei Prof. A. Aigner an der Musikhochschule Lübeck fort. Ab 1998 studierte er bei Prof. Andreas von Wangenheim an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe, wo er 2002 mit dem Diplom abschloss. Ab 2002
2002 war er Student in der Meisterklasse von Prof. Oscar Ghiglia an der Musikakademie der Stadt  Basel, 2005 schloss er dort seine Ausbildung mit dem Solistendiplom ab.
Pavel Khlopovskiy  wurde mit dem Stipendium der Accademia Musicale Chigiana ausgezeichnet.
Er ist Preisträger mehreren Internationalen Wettbewerbe, u.a. gewann er den 1. Preis beim prestigeträchtigen „Concorso Internationale di Interpretatione” in Gargnano (2005) und den 3. Preis beim Gitarrenwettbewerb in Tokio (2007). Als Kammermusikpartner tritt er u.a. mit dem Violoncelllisten Dimitri Dichtiar, der Gitarristin Yvonne Zehner und Ensemble Mobile auf. Außerdem  beschäftigte er sich schon früh mit der Gestaltung von Programmen im Grenzgang verschiedener Kunstgattungen. Im Zusammenarbeit mit „Theaterwerkstatt“ aus Karlsruhe verwirklichte Pavel Khlopovskiy mehrere Projekten für die er auch eigene Kompositionen spielte. Pavel Khlopovskiy beteiligte sich an der Uraufführungen der Musik von Sofia Gubaidulina und Boris Yoffe, der ihm die Komposition „oratio de hominis dignitate“  widmete.
Christina Schorn wurde 1976 in Hallein, Österreich, geboren und erhielt ihren ersten Gitarrenunterricht im Alter von acht Jahren bei Renate Sölva. Sie wechselte anschließend ans Salzburger Mozarteum, um dort ihre Ausbildung bei Eliot Fisk und Joaquin Clerch fortzusetzen. (1998-1.Diplom, 2004-2.Diplom, jeweils mit Auszeichnung.) Beim österreichischen Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" wurde sie sowohl 1991 als auch 1993 mit dem jeweils 1.Preis ausgezeichnet. 1995 erhielt sie ein Stipendium von der "Guildhall School of Music and Drama" (London), um dort ihre Studien bei Robert Brightmore zu vertiefen. Gemeinsam mit ihrer portugiesischen Duo-Partnerin Maria Paula Marques gewann sie daraufhin den 1.Preis beim "Pippa Portallion" Kammermusik-Wettbewerb. 1996 wurde ihr vom Rotary Club eine Künstlerförderung überreicht. Im selben Jahr ging sie zu Studienzwecken nach Montevideo, um dort die mit Abel Carlevaro bereits begonnene Arbeit fortzusetzen. Bisherige Auftritte führten Christina Schorn unter anderem nach: Brasilien, Bulgarien, Deutschland, England, Italien, Mexiko, Österreich, Portugal, in die Schweiz, in die Slowakei, nach Slowenien, Spanien und Tschechien. Neben ihrer solistischen Arbeit, welche sich immer wieder durch zahlreiche internationale Auftritte manifestiert, widmet sie einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit auch verschiedensten kammermusikalischen Aktivitäten.  So ist sie zum Beispiel Mitglied des El Cimarrón Ensembles, welches sie 1999 gemeinsam mit Michael Kerstan und Ivan Mancinelli gründete.
Alexander Suslin wurde 1971 in Moskau geboren und lebt seit 1981 in Hamburg wo der am Konservatorium 1991 mit dem Studium begann. Seit diesem Zeitpunkt ist er Mitglied des „Astrea“ – Improvisationsensembles, gemeinsam mit Sofia Gubaidulina und Viktor Suslin. Seit 1994 ist er Dozent an der Musikschule in Pinneburg und seit 1996 nahm er Privatunterricht am Moskauer Konservatorium bei Prof. E. Klossow. Er konzertierte als Solist und Kammermusiker in der Schweiz, in Deutschland, Japan, Italien, Dänemark, in Schweden und in Russland. Er wurde zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen, darunter das Gidon-Kremer-Festival in Lockenhaus, Contemporary Music Festival in Huddersfield, die Festspiele Europäische Wochen Passau und das Festival d’Avignon.
Zahlreiche CD-Produktionen, sowie Rundfunk und Fernsehaufnahmen komplettieren seine musikalische Karriere.
Yvonne Zehner wurde 1977 in Salzburg geboren und studierte dort an der Universität Mozarteum (bei Prof. Matthias Seidel, Prof. Eliot Fisk und Joaquin Clerch), in Siena an der Academia musicale Chigiana (bei Prof. Oscar Ghiglia) und in Rio de Janeiro an der UNIRIO (bei Prof. Nicolas de Souza Barros). Ihre Studien schloss sie 2001 mit Auszeichnung ab. Seit dem gleichen Jahr ist sie Dozentin für Gitarre an der Universität Passau. Sie ist, gemeinsam mit Christina Schorn, künstlerische Coleiterin des Internationalen Halleiner Gitarrenfestivals. Im Oktober 2007 gründete sie gemeinsam mit Silvan Wagner die Schriftenreihe Phoibos – Zeitschrift für Zupfmusik, die seit Februar 2008 beim Verlag Karl Stutz in Passau halbjährlich erschient. Seit 2009 leitet sie, gemeinsam mit Jürgen Schwenkglenks das von ihnen initiierte Festival Passauer Saiten.
Eine besondere Liebe gilt der Kammermusik, so tritt sie regelmäßig mit der Flötistin Barbara Blumenstingl im Duo Baronne, dem Ensemble Mobile  und dem Trio Collage  auf. Durch ihre enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten wurden ihr mehrere Stücke gewidmet, wie „Strings - A play“ für eine Gitarristin und einen Schauspieler von Agustin Castilla-Avila und das Solowerk „Sand“ von Julia Deppert. Sie arbeitete sie mit Sofia Gubaidulina, Klaus Ager und Andor Losconzy an Uraufführungen ihrer Werke. Sie trat bei verschiedenen internationalen Festivals und Konzertreihen, wie u.a. dem ASPEKTE Festival für Musik unserer Zeit in Salzburg, dem Sommer in Stuttgart - Musik der Jahrhunderte, den Festspielen Europäische Wochen Passau, den Incontri Chitarristici di Gargnano und den Edinburgh University Concert Series auf. Zahlreiche Konzerte führten sie sowohl solistisch als auch kammermusikalisch durch Europa und Brasilien.

Vladimir Anochin, geboren in der russischen Stadt Samara, begann im Alter von vier Jahren mit dem Geigenspiel. Als Achtjähriger debütierte er als Solist mit dem Symphonieorchester der Heimatstadt (W. A. Mozart, 5. Violinkonzert).
Mit 12 Jahren wurde er an der ‚Staatlichen Rimski-Korsakow-Spezialmusikschule für Hochbegabte Kinder’ in St. Petersburg aufgenommen. Im Anschluss an den Schulabschluss (mit Auszeichnung) bestand er mit 17 Jahren die Aufnahmeprüfung am St. Petersburger Rimski-Korsakow-Konservatorium, das er 23jährig mit Auszeichnung abschloss.
Anschließend absolvierte er ein fortführendes Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Während seines Studiums besuchte u.a. Meisterkurse bei Prof. Zachar Bron (Lübeck), Prof. Wolfgang Marschner (Freiburg), Prof. Nobert Brainin (Amadeus Quartett, London), Prof. Walter Levin (LaSalle Quartett), Prof. Sigmund Nissel (Amadeus Quartett, London) und Prof. Franz Beyer (München). 1997 wurde er Stipendiat der Deutschen Musikinstrumentenstiftung.
Als Gewinner und Preisträger mehrerer Wettbewerbe konzertierte er als Solist mit vielen namhaften Orchestern, z.B. mit der St. Petersburger Philharmonie, mit dem Litauischen Staatssinfonieorchester, dem Staatlichen Philharmonischen Orchester Samara und dem Bangkok Philharmonic Orchestra (Violinkonzerte von Tschaikowski, Brahms, Sibelius, Dvorák, Khatchaturian, Mendelssohn, Mozart, Prokofjew und Schostakowitsch). Tourneen führten ihn durch Israel, die Türkei, Asien und ganz Europa. In Deutschland trat er u.a. im Rahmen des ‚Musiksommer Mecklenburg Vorpommern’ und - in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk - auch beim Schleswig Holstein Musik Festival auf (solo und Kammermusik).
Als Musiker, dem nicht ausschließlich die Pflege des herkömmlichen Repertoires, sondern auch die Musik der Gegenwart am Herzen liegt, ist er außerdem als Interpret zeitgenössischer Werke sehr gefragt. Neben seinen Auftritten als Solist ist er überdies seit 1996 auch als 1. Geiger des in Hamburg gegründeten Scardanelli Quartetts zu hören, mit dem er viele Konzertreisen u.a. durch Deutschland, Skandinavien, Frankreich und Spanien unternahm.
Zu seinen Kammermusikpartnern zählen außerdem Musiker wie Alexey Lubimov, Alexander Ivanov und Moshe Aron Epstein.
Von den Stationen seiner Arbeit zeugen neben mehreren CD-Produktionen zahlreiche Rundfunkeinspielungen (u.a. Radio Classica St. Petersburg, Radio Jerusalem, NDR-Hamburg).
Stepan Simonyan, armenischer Herkunft und in Moskau geboren, hat an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg seit 2008 eine Teilzeitprofessur für Klavier. Er studierte von 2000 bis 2004 am Tchaikovsky Konservatorium in Moskau und setzte seine Studien dann bei Prof. Evgeni Koroliov an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater fort. 2005 gewann er den 1. Preis beim Internationalen Virginia Waring Klavierwettbewerb in den USA; 2006 wurde er Semifinalist des renommierten Gina Bachauer Wettbewerbs, ebenfalls in den USA und in 2007 gewann Stepan Simonyan den 1. Preis des Elise Meyer Wettbewerbs in Hamburg, 2008 erhielt er den 3. Preis des José Iturbi Wettbewerbs in Los Angeles, USA und 2009 den Berenberg Kulturpreis.
Unter anderem konzertierte Stepan Simonyan als Solist in der Duke's Hall der Royal Academy London, der Carnegie Hall, New York, der Laeiszhalle in Hamburg, im Bolshoi Saal des Tchaikovsky Konservatoriums, Moskau, im Teatro dal Verme, Mailand, Rolf-Liebermann-Studio des NDRs, Hamburg und Palau de la Musica in Valencia. Er trat mit den Hamburger Symphonikern, dem Russischem Nationalen Philharmonischen Orchester, dem Tschaikowski Symphonieorchester Moskau, den I Pomeriggi Musicali Mailand, dem Moskauer Kammerorchester u.a. auf.