Donnerstag, 18. März 2004, 19.30 Uhr
HEINE AUF DER SPUR
Christian Quadflieg liest Heine-Texte
und berichtet über die Irrfahrt von Louis Hasselriis' Heine-Skulptur von Hamburg nach Toulon - und die Versuche ihrer Rückführung.
Eintritt: € 6,00 / erm. 4,00

Im August 1909 versuchte Julius Campe ein in seinen Besitz gelangtes Denkmal für den Dichter Heinrich Heine in öffentliche Obhut zu übergeben und ihm einen Platz in der Stadt anweisen zu lassen. Es handelte sich um eine Statue des sitzenden, kranken Heine, die der dänische Bildhauer Louis Hasselriis 1873 geschaffen und deren Marmorausführung Kaiserin Elisabeth von Österreich veranlasst und anschließend im Garten ihres Schlößchens Achilleion auf der Insel Korfu aufgestellt hat. Nach "Sissis" Tod 1898 war das Anwesen in den Besitz von Kaiser Wilhelm II. gelangt, der Heine 1908 entfernen ließ. Vom Hofmarschallamt hatte ihn Julius Campe übernommen.
Es begann eine lange Odyssee, in dessen Verlauf das Denkmal verschiedentlich aufgestellt, wieder entfernt wurde, zwei Weltkriege und das "Dritte Reich" überdauerte und schließlich von Olivia Bouchard geb. Campe und Künstlerin in Paris nach Frankreich geholt wurde, wo es heute in einer Vorstadt-Grünanlage zu Toulon steht.
Verschiedene Personen in Hamburg sind bemüht, das Denkmal nach Hamburg zurückzuholen. Christian Quadflieg, der vergangenes Jahr als Mitglied der Sektion Darstellende Kunst in die Akademie aufgenommen wurde, befasst sich seit längerem mit der ungewöhnlichen, verworrenen Geschichte des Denkmals und den Bemühungen um seine Rückführung. Er wird sie -ergänzt um Heine-Texte- am 18. März einem breiten Publikum erzählen.