Montag, 8. September 2003, 18 Uhr
Im Rahmen des 4. Hamburger Architektur Sommer
Eröffnung der Ausstellung
MANN FÜR DREI EPOCHEN.

Dem Architekten Bernhard Hermkes zum 100. Geburtstag.
Eine Ausstellung der BTU Cottbus Lehrstuhl für Entwerfen und Bauen im Bestand unter der Leitung von Frau Prof. Inken Baller und Frau Prof. Gisela Schmidt-Krayer. ‚Hermkes als Lehrer' und Darstellung der Exkursionen: Freundeskreis ehemaliger Hermkes Diplomanden und Assistenten.

Es sprechen:
Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor
Prof. Inken Baller, BTU Cottbus, Kuratorin der Ausstellung
Horst von Bassewitz, Vorsitzender der Sektion Baukunst
Dr. Matthias Schirren, Akademie der Künste Berlin (angefragt)

Ausstellung geöffnet bis 5. Oktober 2003 - Di. - So. 11 bis 18 Uhr
Zur Ausstellung erscheint zur Katalog

Eintritt: zur Eröffnung frei, danach: € 2,50 / erm. € 1,50
Mit freundlicher Unterstützung der STRABAG Berlin

Im Rahmen der Ausstellung:
Donnerstag, 18. September 2003, 14 Uhr
Führung durch die Hamburger Großmarkthallen von Bernhard Hermkes
Führung: Bernhard Gronemeyer, Dipl.-Ing. Architekt. Treffpunkt: Foyer der Freien Akademie der Künste, Teilnahme frei - Anmeldung unter: 040 - 32 46 32

Berhard Hermkes (1903-1995) ist ein Architekt des 20. Jahrhunderts, ein Jahrhundert der großen Verwerfungen, Einschnitte, Erschütterungen und Brüche, wie sie in diesem Ausmaß in seinem Werk nicht abzulesen sind.
Vielleicht deshalb gilt er gemeinhin als ein Architekt der klaren, rationalen, auch nüchternen Lösung, basierend auf der engen strukturellen Verbindung zwischen Funktion, Technik und Konstruktion, die sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk hindurchzieht.
Ein genaueres Hinschaunen offenbart jedoch mehr: Seine Bauten verfügen über eine soziale Vision, die sich bis heute mitteilt. Sie haben eine - vielleicht spröde - Poetik, das Anliegen ist nicht die "Ehrlichkeit der Konstruktion", sondern Konstruktion wird zum strukturellen Träger einer Botschaft.

Diese Faktoren stärker herauszuarbeiten, ist neben der Dokumentation des Werkes und seiner Zeitbezogenheit durch Referenzprojekte ein wesentliches Anliegen der Ausstellung.
Der 100. Geburtstag des Architekten Bernhard Hermkes am 30. März 2003 gibt Anlass, über sein Werk und dessen Relevanz erneut nachzudenken.
Auf der Grundlage des Materials der Akademie der Künste Berlin und Brandenburg (in deren Archiv sich der Hermkes-Nachlass befindet), der Bauabteilung der Universität Hamburg, des Archivs der Stadt Hamburg, ergänzt durch Studienarbeiten über Bernhard Hermkes, und eigenen aktuellen Dias und Berichten von Zeitzeugen, wird die Ausstellung u. a. folgende Werke umfassen das Frühwerk:
1927 Haus der berufstätigen Frauen Frankfurt, 1927 Geigenladen Eder Frankfurt, 1930 Ledigenwohnheim Frankfurt, 1936-1939 Flugzeugwerke Messerschmitt (oder MAN Hamburg), die Nachkriegsmoderne: 1945-1954 Grindel-Hochhäuser Hamburg, 1949-1951 Volkspark Köln, Wohnsiedlung, 1950-1951 Siedlung Karl-Jacob-Straße, Hamburg, 1953 Philippsturm in Hamburg
1953 Kennedy-Brücke, Hamburg sowie das Hauptwerk: 1956-1965 Albert Schweitzer Gymnasium, Hamburg, 1956-1957 Severnisbrücke in Köln, 1957-1968 Wohnsiedlung in Hamburg-Lurup, 1958-1962 Großmarkthalle in Hamburg (Obst- und Gemüsegroßmarkt), 1958-1962 HEW Kraftwerk Wedel
1959-1960 Auditorium Maximum, Hamburg, 1962-1963 Pflanzenschauhäuser, Hamburg, 1962-1963 Brücke über den Stadtgraben in Planten+Blomen, Hamburg, 1965-1970 Allianz-Versicherung Hamburg, 1963-1966 Fakultät für Architektur TU Berlin.
Es werden damit die Werke gezeigt, die letztlich die Bedeutung von Bernhard Hermkes begründen.
In Ergänzung dieser Werkschau stellt der "Freundeskreis der Hermkes-Diplomanden, -Assistenten und -Mitarbeiter" die Lehrtätigkeit des Architekten dar.
"Hermkes als Lehrer" - unter diesem Schlagwort sind Szenen aus Büro und Baustellen sowie die zahlreichen Exkursionen (etwa nach Mailand, Paris, Stockholm, Hamburg, Helsinki und Leningrad) dokumentiert.