Dienstag, 18. Oktober 2005, 19.30 Uhr
Rede zum Schiller-Jahr 2005
Rolf Hochhuth
Rebellion in Permanenz -
Tell als Leitbild für den Che Guevara Europas
Eintritt: € 8,00 / erm. € 5,00

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Endlich kommt auch Hamburg in den Genuss von Rolf Hochhuths aufsehenerregender Rede zum 200. Todestag Friedrich Schillers.
Ausgehend von Schillers Tell, dem "Drama einer Widerstandsbewegung", das -so Hochhuth- heute, 201 Jahre nach seiner Uraufführung, so aktuell ist wie eh und je, spannt der Schriftsteller einen inhaltlichen Bogen bis in die Berliner Republik: Schillers "Tell" als Magna Charta des Aufruhrs in Permanenz, das einzige in keine Staatsform je integrierbare Stück. Vorbildlicher sogar als "Julius Caesar", weil es auch die Untertanen als Mithandelnde einbezieht. Vom "Tell 38", dem noch heute unbekannten Schweizer Theologie-Studenten Maurice Bavaud, der Hitler erschießen wollte und dessen Enthauptung in Plötzensee das Verbot des Schiller-Stücks auslöste, bis in die Gegenwart weist Hochhuth die Notwendigkeit nach, daß keine Epoche ohne einen Tell auskommt.

Rolf Hochhuth wurde im vergangenen Jahr zum Mitglied der Sektion Literatur der Akademie gewählt. Er lebt und arbeitet in Berlin und gibt mit diesem Vortrag seinen Einstand beim Hamburger Akademiepublikum.

Rolf Hochhuth, geb. am 1. April 1931 in Eschwege (Hessen) hat er wie kein anderer deutscher Schriftsteller nach 1945 seinen literarischen Auftrag als unmittelbar politischen verstanden. Mit seiner Frage nach der moralischen Verantwortung politisch Handelnder löste er immer wieder heftige Diskussionen, aber auch wichtige Veränderungen in der Bundesrepublik aus. Zu seinen bekanntesten Werken gehören: "Der Stellvertreter" (1963), "Soldaten (1967), "Eine Liebe in Deutschland" (1978), "Juristen" ( 1979), "Alan Turing" (1987).