Donnerstag, 24. Oktober 2013, 19 Uhr
JULIAN PRÉGARDIEN, Tenor
SIEGFRIED MAUSER, Klavier
HÖLDERLIN-VERTONUNGEN
von Paul Hindemith, Benjamin Britten und Wilhelm Killmeyer
Eintritt: 15,- / erm 10,-.

Mauser  - Pregardien
Julian Prégardien und Siegfried Mauser

Programm:

Paul Hindemith (1895-1963):
Hölderlin-Lieder (1933)

Benjamin Britten (1913-1976):
Hölderlin-Fragmente (1958)

Pause

Wilhelm Killmayer (*1927):
Zyklus zusammengestellt aus den 3 Hölderlin-Zyklen 1982-1992:
Der Zeitgeist - Der Frühling IV - Der Frühling V - Der Sommer IV - Griechenland -
In lieblicher Bläue - Der Mensch - Das Angenehme dieser Welt - Der Winter II - Der Winter



Julian Prégardien - Tenor Seine musikalische Ausbildung erhielt der 1984 in Frankfurt geborene Sänger im Elternhaus und bei der Limburger Dommusik, in professionellen Kammerchören und an der Musikhochschule Freiburg. Seit 2009 ist Julian Prégardien festes Ensemble-Mitglied an der Oper Frankfurt. Hervorgehoben seien seine Interpretationen des Novice in B. Brittens „Billy Budd“, des Tamino in W. A. Mozarts „Zauberflöte“ und - an der Seite Anne Sofie von Otters - des Jason in M. A. Charpentiers „Medée“. In der Saison 12/13 stehen unter anderem der Arbace in Mozarts Idomeneo und die Titelpartie in Cavalieris „Rappresentatione di anima e di corpo“ für ihn auf dem Spielplan. Nach 2008 war Julian Prégardien auch im Sommer 2012 wieder beim Festival d’Aix en Provence eingeladen für eine Neu-Produktion von W. A. Mozarts „La Finta Giardiniera“. Im Konzertbereich konnte sich Julian Prégardien vor allem als Bach-Interpret bereits eine hervorragende Reputation ersingen, so erst kürzlich mit Philippe Herreweghe auf Tournée unter anderem in New York. Im Frühjahr 2013 ist Julian Prégardien der Evangelist in einer Produktion von Bachs Matthäuspassion mit dem BR-Chor und Concerto Köln. Regelmäßige Engagements verbinden ihn außerdem mit dem Collegium Vocale Gent und den Dirigenten Kent Nagano, Sebastian Weigle und Marcus Creed. Julian Prégardien legt einen Schwerpunkt auf seine kammermusikalisch vielfältige Tätigkeit, einerseits in Liederabenden mit Klavier, andererseits u.A. mit eigenen Bearbeitungen , so z.B. des Heine-Liederkreises opus 24 von Robert Schumann mit dem Gémeaux Quartett. 2014 widmet er sich mit dem Morgenstern-Trio dem Jubilar Christian Morgenstern. Nach Einladungen zu Festivals wie dem Heidelberger Frühling, dem Rheingau-Musikfestival , den Schwetzinger Festspielen und dem Edinburgh Festival sowie der Kölner Philharmonie stehen zukünftig Liederabende bei der Schubertiade in Schwarzenberg und in der Wigmore Hall London auf dem Konzertplan. Im Januar 2013 nahm Julian Prégardien gemeinsam mit Cecilia Bartoli eine neue CD mit geistlichen Werken von Agostino Steffani für das Label Decca auf, für den Sommer hat sie ihn zu weiteren Konzerten eingeladen. Zudem erscheint im Sommer eine eigene Lied-CD bei Myrios, für 2014 ist eine CD mit dem "Vater-Sohn Programm" geplant, auf der Christoph und Julian Prégardien von Michael Gees begleitet werden. 2014 wird Julian Prégardien in der Oper „Schneewittchen“ von Heinz Holliger in Basel auf der Bühne stehen.

Siegfried Mauser studierte Klavier bei Rolf Koenen, Rosl Schmid und Alfons Kontarsky an der Musikhochschule München, außerdem Musikwissenschaften, Philosophie und Kunstgeschichte an den Universitäten München und Salzburg. 1981 veröffentlicht er seine Dissertation über „Das expressionistische Musiktheater der Wiener Schule“ (Bärenreiter/Bosse). Nach einer Dozentur für Musikwissenschaft und Klavier an der Musikhochschule München wird er 1982 als damals jüngster Professor Deutschlands an die Staatliche Hochschule für Musik Würzburg berufen; es folgt ein Ruf an die Universität Mozarteum Salzburg, wo er ein Forschungsinstitut für musikalische Hermeneutik gründet, bevor er nach fünfzehn Jahren wieder an die Münchner Hochschule für Musik und Theater zurückkehrt, der er seit dem Wintersemester ´03 auch als Präsident vorsteht. Ferner ist er ein gefragter Pädagoge bei internationalen Meisterkursen in den Fächern Klavier, Liedgestaltung und Kammermusik. Siegfried Mauser wurde vielfach ausgezeichnet, u.a.  mit dem Interpretationsstipendium der Stadt München (1981), dem Bayerischen Kulturförderpreis (1984) und dem Preis „Neues Hören“ (2001), verliehen durch die Sommerakademie der Universität Mozarteum in Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen (Erstverleihung), dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (2009), dem deutschen Bundesverdienstkreuz am Bande (2010), sowie dem Bayerischen Maximiliansorden (2012). Seit 1990 ist er ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, seit 2002 auch Direktor deren Musikabteilung. Zahlreiche Konzerte als Solist und Kammermusiker haben Siegfried Mauser in alle Welt geführt, u.a. in die wichtigen Musikmetropolen Berlin, Hamburg, Köln, Wien, London, Paris, Moskau, Peking und Tokyo, mehrfach auch in die USA (u.a. New York, Washington und Los Angeles). Er ist regelmäßiger Gast bei renommierten Festivals wie der Münchner Biennale, dem Klavierfestival Ruhr und den Salzburger Festspielen. Als Solist hat er mit bedeutenden Orchestern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Münchner Kammerorchester, u.v.m. zusammengearbeitet. Im November 2011 spielte er unter der Leitung von Kent Nagano im Rahmen des Eröffnungskonzerts des neugegründeten Kammerorchesters der Bayerischen Staatsoper den Klavier-Solopart im Kammerkonzert von Alban Berg. Durch Siegfried Mauser wurden wegweisende zeitgenössische Kompositionen, etwa die Klaviermusik und -konzerte von Wolfgang Rihm, Wilhelm Killmayer, Hans Werner Henze und Jörg Widmann zur Uraufführung gebracht. Die Liste seiner vielbeachteten CD-Einspielungen ist umfangreich: neben dem kompletten Klavierwerk von Paul Hindemith, Alexander Zemlinsky und Karl Amadeus Hartmann sind Produktionen mit Klaviermusik (Debussy, Rihm, Killmayer uvm.) und Kammermusik (u.a. von Bialas und Hindemith), sowie viele Lieder, z.B. von Gustav Mahler (mit Siegfried Jerusalem), erhältlich. Eine Aufnahme aller Klaviersonaten W.A. Mozarts (Celestial Harmony) mit begleitendem Werkführer (Verlag C.H. Beck) ist in Vorbereitung (2013). Siegfried Mauser verfasst und initiiert zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Musikalische Analyse, Musikästhetik und Musikgeschichte des 19. u. 20. Jahrhunderts und ist Herausgeber des „Handbuchs der musikalischen Gattungen“, der „Studien zur musikalischen Hermeneutik“ (Laaber) und von „Beck Wissen Musik“ (C.H. Beck). Jüngere Buchpublikationen: Beethovens Klaviersonaten (München 2001), Lexikon des Klaviers (Kammertöns/ Mauser, Laaber 2006). Beim Carl Hanser Verlag ist zudem eine „Musikphilosophie“ (AT) in Vorbereitung.