Dienstag, 8. April 2008, 19.30 Uhr
Portraitkonzert
York Höller
Michael Faust, Flöte
Paulo Alvares, Klavier
York Höller, Peter Michael Hamel, Volker Banfield im Gespräch
Eintritt: 8,- / erm. 5,-
Unterstützt durch die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg

 

PROGRAMM:

MOMENTS MUSICAUX (1979) für Flöte und Klavier
SONATE INFORMELLE (1968) für Klavier
HORIZONT (Stereoversion) elektronische Musik (1971/72)
SCAN (2003) für Flöte solo

Zwischen den Stücken:
GESPRÄCH zwischen York Höller, Volker Banfield und Peter Michael Hamel

Am 8. April 2008 setzt die Freie Akademie der Künste ihre Reihe Portraitkonzerte mit einem Portrait des Kölner Komponisten York Höller fort.
Zur Aufführung kommen Werke für Flöte und Klavier sowie das frühe beispielhafte elektronische Stück HORIZONT.
Als Wunschinterpreten Höllers konnten Michael Faust (Flöte) und Paulo Alvares (Klavier) gewonnen werden.
Höller selbst wird am 8. April direkt nach seiner großen Kölner Uraufführung (“Sphären” mit dem WDR Sinfonieorchester am 4./5.4.08) nach Hamburg kommen und hier nicht nur über die Arbeit an diesem Stück berichten, sondern im Gespräch mit Volker Banfield und Peter Michael Hamel einen generellen Einblick in sein Schaffen geben.

York Höller wurde am 11. Januar 1944 in Leverkusen geboren, studierte an der Kölner Musikhochschule Komposition (Bernd Alois Zimmermann, Herbert Eimert), Klavier (Alfons Kontarsky), Orchesterleitung, Schulmusik und besuchte musikwissenschaftliche und philosophische Vorlesungen an der Kölner Universität. Die Teilnahme an den Analysekursen von Piere Boulez bei den Internationalen Freienkursen für Neue Musik in Darmstadt 1965 veranlasste ihn zur kritischen Auseinandersetzung mit der seriellen Musik. Nach vorübergehender Tätigkeit als Solorepetitor an der Bonner Oper arbeitete er 1971/72 auf Einladung von Karlheinz Stockhausen im Studio für Elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks. In den folgenden Jahren wurde York Höller international bekannt durch eine Reihe von Werken, die durch die Synthese von instrumental / vokalen und elektronischen bzw. Computer-Klängen gekennzeichnet sind. Einige dieser Werke wurden in den Kölner Studios, andere am IRCAM in Paris realisiert, das nach einem längeren Studienaufenthalt in den Jahren 1974/75 für ihn zu einer Art „zweiter Heimat“ wurde, und wo 1989 auch seine Oper „Der Meister und Margarita“ an der Grand Opera uraufgeführt wurde. Von 1990-2000 war er künstlerischer Leiter des neu eingerichteten Studios für Elektronische Musik am WDR. 1993 übernahm er eine Komposition an der Kölner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, 1995 wurde er zum Professor für Komposition an die Kölner Musikhochschule berufen.
Er erhielt zahlreiche Preise (u. a. den Rofl-Liebermann-Preis für Opernkomponisten), Stipendien (u. a. für die Villa Massimo in Rom), wurde von verschiedenen europäischen Universitäten und Hochschulen zu Vorträgen eingeladen und veröffentlichte eine Reihe von Aufsätzen zu unterschiedlichen Themen. 1986 ernannte ihn der französische Kulturminister zum Chevalier dans l`Ordre des Arts des Lettres de la Republique Francaise. Er ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Freien Akademie der Künste in Hamburg.
Einige Werke aus seinem Schaffen, das mahezu alle musikalischen Gattungen umfasst, wurden von prominenten Interpreten (Boulez, Barenboim u. a.) und Orchestern (Berliner Philharmoniker, Chicago Symphonie Orchestra etc.) zur Aufführung gebracht. Besondere Beachtung fand in jüngster Zeit sein Orchesterwerk AUFBRUCH, das er im Auftrag der Deutsche Bundesregierung zu dessen Verabschiedung von Bonn komponierte.