Donnerstag, 15. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Inge Jens
liest aus ihrem neuen Buch
Unvollständige Erinnerungen

Eintritt: 8,- / erm. 5,-

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind sie ein Paar: die promovierte Germanistin Inge Jens, 1927 als Inge Puttfarcken in Hamburg geboren, und der Schriftsteller und Gelehrte Walter Jens. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit meist als die «Frau an seiner Seite» wahrgenommen wurde, hatte Inge Jens stets ein eigenständiges, beruflich erfolgreiches Leben geführt: als Editorin von Tagebüchern und Briefwechseln (u.a. von Thomas Manns Briefen an den Kölner Germanisten Ernst Bertram oder des Nachlasses von Mitgliedern der Weißen Rose), mit ihrer umfangreichen Arbeit über die Geschichte der Tübinger Universität und nicht zuletzt mit Bucherfolgen wie den Biografien von Katia alias Frau Thomas Mann und deren Mutter Hedwig Pringsheim, vieles davon gemeinsam mit Walter Jens.
Dass nun ihre bei Rowohlt erschienene Autobiografie mit großer Spannung erwartet wurde, liegt nicht zuletzt an der Demenzerkrankung ihres Mannes. Anders als ihr Sohn Tilman, dessen Buch mancher als schonungslose Abrechnung mit der übermächtigen Vaterfigur gelesen hat, sieht sie seine Krankheit nicht als einen Akt der Flucht, als resignative Reaktion auf das Bekanntwerden seiner NSDAP-Mitgliedschaft im Jahre 2003 an. Auch über diese Seite des Lebens in der Tübinger Sonnenstraße schreibt Inge Jens sachlich und unprätentiös – und doch springt einen aus jeder Zeile der Schmerz und die Trauer über die irreversible Krankheit des geliebten Mannes an.

Inge Jens, geboren 1927 in Hamburg. Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik; Promotion 1953. Herausgeberin der Tagebücher Thomas Manns. Mitarbeit an zahlreichen weiteren kulturhistorischen Projekten. Seit 1951 ist sie verheiratet mit Walter Jens; das Ehepaar lebt in Tübingen und schrieb zusammen die Bestseller „Frau Thomas Mann“ (2003) und „Katias Mutter“ (2005).