Montag, 14. Juni 2004, 19.30 Uhr
Kooperation mit der in der Reihe
Akademiemitglieder stellen jüngere Kolleginnen und Kollegen vor
Wolfgang Rihm· Márton Illés · Birke Bertelsmeier
Mit dem
Minguet-Quartett, Jörg Widmann, Márton Illés, Birke Bertelsmeier
und Wolfgang Rihm
Eintritt: € 8,00 / erm. € 5,00

 

Im vergangenen Jahr begann die Freie Akademie der Künste mit der Veranstaltungsreihe "Akademiemitglieder stellen jüngere Kolleginnen und Kollegen vor" ihre erste Kooperation mit der Körber-Stiftung. Im zweiten Teil der Konzertreihe führen in diesem Jahr erneut Mitglieder der Sektion Musik in die Arbeit jüngerer KomponistenkollegInnen -naturgemäß in der Regel (ehemalige) Schüler- ein.
Als vorläufiger Höhepunkt der Reihe darf der Abend mit Wolfgang Rihm am 14. Juni gelten. Rihm wird die Arbeit zweier ehemaliger Schüler, Márton Illés und Birke Bertelsmeier, vorstellen.
Anders als im ersten Teil wurde bei den diesjährigen Konzerten das Programm um Kompositionen der Mitglieder, in diesem Falle Wolfgang Rihms erweitert.


P R O G R A M M:

Martón Illés

Scene Polidimensionali VII. "Két Vonal"
für Streichquartett und Klavier

Zwei Klavierstücke

Birke Bertelsmeier

Somnographie

Pamir

Wolfgang Rihm

Vier Studien zu einem Klarinettenquintett 2002
Moderato, sostenuto
Molto vivace
Andante con moto
Salmo, sostenuto


Wolfgang Rihm
1952 geboren am 13. März in Karlsruhe
1963 erste Kompositionsversuche
1968-72 Kompositionsstudium bei Eugen Werner Velte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe noch während seiner Schulzeit am Humanistischen Gymnasium; weitere Kompositionsstudien bei Wolfgang Fortner und Humphrey Searle
1970 erstmals bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik
1972 Abitur am Gymnasium und Staatsexamen in Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule
1972/73 Kompositionsstudium bei Karlheinz Stockhausen in Köln
1973-76 Kompositionsstudium bei Klaus Huber und musikwissenschaftliche Studien bei Hans Heinrich Eggebrecht in Freiburg im Breisgau
1973-78 gelegentliche Lehrtätigkeit in Karlsruhe
1976 Faust und Yorick - Kammeroper Nr. 1 (Jean Tardieu/Frithob Haas)
1977/78 Jakob Lenz - Kammeroper Nr. 2 (Georg Büchner/Michael Fröhling)
1978 Berliner Kunstpreis-Stipendium, Kranichsteiner Musikpreis Darmstadt, Reinhold Schneider-Preis der Stadt Freiburg
seit 1978 Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen
1979 Stipendium der Stadt Hamburg
1979/80 Stipendium an der deutschen Künstlerakademie Villa Massimo in Rom (Rom-Preis)
1981 Beethoven-Preis der Stadt Bonn, Lehrtätigkeit in München
seit 1982 Präsidiumsmitglied des Deutschen Komponisten-Verbandes
1983 Stipendium der Cité des Arts in Paris
1983/86 Die Hamletmaschine (Heiner Müller/Rihm)
1984/85 Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin, Mitherausgeber der Musikzeitschrift "Melos" (bis 1989), Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrates
seit 1984 musikalischer Berater der Deutschen Oper Berlin
seit 1985 Professor für Komposition an der Karlsruher Musikhochschule als Nachfolger seines Lehrers Velte, Kuratoriumsmitglied der Heinrich-Strobel-Stiftung des SWF Baden-Baden
1986 Rolf-Liebermann-Preis für die Oper Hamletmaschine
1986/87 Oedipus (Textzusammenstellung von Rihm nach Sophokles, Hölderlin, Nietzsche, H. Müller)
1987/91 Die Eroberung von Mexico (Antonin Artaud/Rihm)
seit 1989 im Aufsichtsrat der GEMA
1989 Bundesverdienstkreuz
1990-93 musikalischer Berater des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe (ZKM)
1991 Festredner bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele, Mitglied der Akademien der Künste München, Berlin und Mannheim
1994 Séraphin - Musiktheater ohne Text
1996 szenische EA von Séraphin in Stuttgart
1997 Prix de Composition Musical de la Fondation Prince Pierre de Monaco
1998 Jacob Burckhardt-Preis der Johann Wolfgang von Goethe-Stiftung, Ehrendoktorat der Freien Universität Berlin
2000 Composer in residence bei den Salzburger Festspielen und beim Festival Musica in Straßburg, Bach-Preis der Stadt Hamburg.

Birke J. Bertelsmeier
Geboren am 23.04.1981 in Hilden, Nordrhein-Westfalen, beschäftigte sich Birke J. Bertelsmeier schon in früher Kindheit mit Musik, was seinen Ausdruck im Geigen- und Klavierspiel fand. Sie nahm Klavierunterricht bei Prof. B. Szczepanska (Robert Schumann Hochschule Düsseldorf), woran sich nach dem Abitur ein Studium unter Prof. P. Gililov an der Musikhochschule Köln anschließt. Seit ihrem neunten Lebensjahr läuft parallel dazu die Teilnahme an einer Kompositionsklasse an der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf unter David Graham, einem Henze Schüler. Das Interesse an der Komposition führte letztendlich zum Kompositionsstudium an der Musikhochschule Karlsruhe unter Prof. W. Rihm. Birke J. Bertelsmeier blickt zurück auf eine schon umfangreiche Liste von Kompositionen, die sich von einer Teilnahme an einem Opernprojekt, über Oratorien, Filmmusiken, Kammermusik, Solowerke bis hin zu Klavierkonzerten erstreckt, die im In- und Ausland aufgeführt wurden. Dazu gehört auch die Teilnahme an vielen Wettbewerben, woraus unter anderem Preise in "Jugend musiziert" (Land und Bund), "Jugend Komponiert", im Robert-Schumann-Wettbewerb in Düsseldorf und die Teilnahme an Steinway-Preisträgerkonzerten in der Hamburger Musikhalle und der Berliner Philharmonie resultierten. Birke J. Bertelsmeier war auch Stipendiat des Mentoringprojektes des Landesmusikrats NRW.
Erschienen sind mehrere Kammermusikstücke im Notenbuch "vom hören sagen" und das Soloklavierstück "Knecht Ruprecht" im Dohr Verlag, Köln.


Márton Illés
wurde 1975 in Budapest geboren.
Seine musikalische Grundausbildung erhielt er zwischen 1981 und 1990 in Györ, Ungarn, in von Kodály gegründeten Spezialinstituten. Er schloss sein Klavierstudium bei L.Gyimesi an der Basler Musik-Akademie mit dem Solistendiplom ab und studierte Komposition bei Detlev Müller-Siemens. Weitere pianistische Anregungen erhielt er bei K.-H. Kämmerling in Hannover. Seit 2001 studiert Illés an der Musikhochschule Karlsruhe Musiktheorie bei Michael Reudenbach und Komposition bei Wolfgang Rihm.
Er ist Preisträger mehrerer internationaler Klavierwettbewerbe und ist als konzertierender Pianist tätig. Als 16-Jähriger erhielt er den Kompositionspreis des Ungarischen Fernsehens. Diesem folgten mehrere Aufträge, wie z. B. Kompositionsaufträge der Musikkreditkommission Basel-Stadt, des Györ Schlagzeugensembles, der Kronberg Academy, der "Internationalen Gesellschaft für Neue Musik", der Rundfunk-Orchester und Chöre Gesellschaft Berlin.
Seine Werke wurden u. a. im "Europäischen Musikmonat 2001" Basel, im Festival "Klangriffe" im ZKM Karlsruhe, in der Berliner Philharmonie, in der Liederhalle Stuttgart, in der Kairoer Oper im Ungarischen Fernsehen und Radio, im Schweizer Radio DRS2 aufgeführt. 2002 hat ihn der Südwestrundfunk in einem Fernseh-, 2004 der SWR2 in einem Radioporträt vorgestellt. Zusammenarbeit u. a. mit dem Ensemble Phoenix, dem Ensemble Modern, mit Solisten des Deutschen und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin, mit Dirigenten wie Jürg Henneberger, Johannes Kalitzke, Franck Ollu.
Márton Illés erhielt mehrmals die Auszeichnung der Kulturstiftung der Stadt Györ, war Stipendiat der "Géza-Anda-Stiftung", Zürich, der "Ruth und Hans J. Rapp-Stiftung", der "Stiftung Dr. Robert und Lina Thyll-Dürr" und der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestrundfunks.