Dienstag, 7. April 2009, 19.30 Uhr
Das Leben und andere Zwischenfälle
Glossen von
HELLMUTH KARASEK
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

Das Leben und andere Zwischenfälle – wer die Glossen kennt, die Hellmuth Karasek immer montags im Hamburger Abendblatt veröffentlicht, der weiß wie treffend der Titel ist, den Karasek sich für seine Lesung ausgesucht hat: Mühelos schlägt er den Bogen von Abwrackprämien zu Zatopek, entwirft einen Rettungsschirm für Volksparteien und zitiert -je nach Bedarf und ganz ohne Berührungsängste- Dostojewski wie Lothar Matthäus. Sein Blick auf das Alltägliche ist teilweise beängstigend treffend, und dabei immer urkomisch.
„Ich habe sehr viel mit ihm erlebt, aber nie eine Enttäuschung“ – sagt Marcel Reich-Ranicki über seinen Kritikerkollegen. Eine durchaus gute Perspektive, auch für den geplanten Abend.

Der 1934 in Brünn geborene Hellmuth Karasek studierte Germanistik, Geschichte und Anglistik und schloss mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Er war u. a. Feuilletonchef bei der Stuttgarter Zeitung, Chefdramaturg des Württembergischen Staatstheaters, Theaterkritiker und Redakteur der „Zeit“, verantwortlicher Kulturredakteur des „Spiegel“ und Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“. Er hat Drehbücher und Theaterstücke verfasst, und Bücher veröffentlicht. Neben „Das Magazin“ (das viel Staub aufgewirbelt hat) u.a. genannt: „Carl Sternheim“, „Max Frisch“, „Brecht, der jüngste Fall eines Klassikers“, „Mein Kino“. (Ein Buch über seine 100 schönsten Filme.), eine Biographie über die Fünfziger Jahre: „Go West“,  „Billy Wilder“, und das autobiografische „Auf der Flucht“.  Karasek war Professor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg und erlangte als ständiges Mitglied des legendären „Literarischen Quartetts“ im ZDF bundesweite Fernsehberühmtheit.