Mittwoch, 29. April 2009, 19.30 Uhr
In Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung
Walter Kempowski
zum 80. Geburtstag
Fritz
Lichtenhahn liest Kempowski
Paul Kersten, Einführung
Eintritt: 8,- / erm. 5,-

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Am 29. April wäre Walter Kempowski 80 Jahre alt geworden.
Den 80. Geburtstag ihres Freundes, Mitglieds und Ehrenmitglieds möchte die Freie Akademie der Künste nicht vorüber gehen lassen, ohne ihn zusammen mit der Autorenvereinigung angemessen zu feiern.
Der von Walter Kempowski als Leser seiner Texte hoch geschätzte Fritz Lichtenhahn wird aus Werken der frühen Siebziger Jahren bis in die jüngste Gegenwart, und selbst zu Lebzeiten unveröffentlichte Gedichte lesen.
Als profunder Kenner Kempowskis wird der NDR-Moderator Paul Kersten (Bücherjournal, Kulturjournal), der den Abend auch konzipiert hat, die Veranstaltung mit Details zu Leben, Person und Werk eines der bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren abrunden.

© Zeichnungen: Annette Bätjer
Walter Kempowski / Fritz Lichtenhahn (Zeichnungen: Annette Bätjer)

 
Walter Kempowski
, am 29. April 1929 in Rostock geboren, gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Vor allem durch seine stark autobiografisch geprägten Romane der „Deutschen Chronik“ erlangte er große Berühmtheit. Sein Mammut-Projekt Echolot, in dem er Tagebücher, Briefe und andere Alltagszeugnisse unterschiedlicher Herkunft zu collagenartigen Zeitgemälden verarbeitete und seine Tagebücher wurden ebenfalls große Erfolge. Von 1982 bis zu seinem Tod am 5. Oktober 2007 war Kempowski zunächst Mitglied, später Ehrenmitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Nach einer großartigen Theaterlaufbahn, deren erster Höhepunkt die 10-jährige Zugehörigkeit zum Bochumer Schauspielhaus unter Hans Schalla markierte, arbeitete Fritz Lichtenhahn am Hamburger Schauspielhaus. Nächste Station: Schillertheater in Berlin. Zwischenstationen in Stuttgart und Zürich. Ab 1987 Engagement am Thalia Theater – zehn Jahre eines der prominenten Mitglieder des Hauses. 2000/2001 spielte er in Dieter Wedels 6-Teiler „Die Affäre Semmeling“ im ZDF den „Bruno Semmeling“, eine Figur, die 1971 in dem Dreiteiler „Einmal im Leben“ seinen Durchbruch auch im Fernsehen zur Folge hatte.  Etliche wichtige Film- und Fernsehrollen. Seit 2002 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Paul Kersten, geboren 1943, studierte Literaturwissenschaft und Linguistik in Hamburg, wo er 1970 promoviert wurde. Von 1970 bis 1972 Lehrauftrag für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Daneben immer auch freiberuflicher Journalist. Seit 1973 Redakteur beim NDR-Fernsehen ("Kulturjournal" und "Bücherjournal"). 1982 erhielt erden Film- und Fernsehpreis des Deutschen Ärzteverbandes für das Feature "Die Traurigkeit, die töten kann". Zahlreiche literarische Veröffentlichungen, u.a. "Der alltägliche Tod meines Vaters" (1978), "Briefe eines Menschenfressers" (1987), "Abschied von einer Tochter" (1990), "Die Helligkeit der Träume" (1992), "So viele Wunden in der Luft" (2000). Seit 1988 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.