Montag, 23. Mai 2005, 19.30 Uhr
Hanjo Kesting
liest aus seinem neuen Buch
Abschiedsmusik. Nachrufe aus dreißig Jahren (1973–2003)
Gesprächspartnerin: Jutta Duhm-Heitzmann
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00


Nachrufe gehören zum Pflichtpensum des Journalisten, zur Forderung des Tages, so wie die Nachrichtenlage sie ihm abverlangt. Sie stehen unter dem Druck der Aktualität, müssen schnell geschrieben werden, meist in wenigen Stunden, zuweilen in noch kürzerer Frist. Aber die Erschütterung, die von einer Todesnachricht ausgeht, kann durch keinerlei Routine vorweggenommen werden. Man merkt es den Texten an, wenn die wichtigste Erfahrung darin fehlt: die Konfrontation mit dem realen Tod.
Der vorliegende Band enthält siebenundsechzig Nachrufe aus dreißig Jahren journalistischer Arbeit Hanjo Kestings beim Norddeutschen Rundfunk. Zwei Voraussetzungen mußten in jedem einzelnen Fall zusammenkommen: der Anlaß einer Todesnachricht und eine Affinität zu den Verstorbenen. Zu ihnen gehören Maler, Schauspieler, Film- und Theaterregisseure, Wissenschaftler, Publizisten und Journalisten. Zwei Gruppen stehen im Vordergrund: Musiker (in unterschiedlichen Ausprägungen: als Komponisten, Dirigenten, Interpreten) und Schriftsteller. So entspricht es einer beruflichen Praxis, in der die beiden Stränge Literatur und Musik – aus Neigung und Notwendigkeit – niemals säuberlich geschieden waren.
Nicht zuletzt bahnt diese Sammlung von Nachrufen einen Weg durch die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Hanjo Kesting, geb. 1943, seit 1973 Leiter der Redaktion »Kulturelles Wort« beim Norddeutschen Rundfunk. Zuletzt: »Thomas und Heinrich Mann«, Göttingen 2003; »Simenon. Essay«, Hannover-Laatzen 2003.