Montag, 13. Februar 2006, 19.30 Uhr
Georg Philipp Telemann
im Urteil der Nachwelt
ECKART KLESSMANN
: Vortrag - Musikbeispiele
Eintritt: € 6,00 / erm. € 4,00

 

" Die Verehrung Bachs kommt offenbar ohne die Verachtung Telemanns nicht aus...." schreibt Eckart Klessmann in seiner Abhandlung über einen der umstrittensten Komponisten der europäischen Musikgeschichte. Vielleicht liegt auch hierin ein Grund für die Widersprüchlichkeit im Umgang mit Person und Werk des gebürtigen Magdeburgers.
Das Ansehen kaum eines anderen Komponisten ist einem derart radikalen Wandel unterworfen wie das von Georg Philipp Telemann. Während er zu Lebzeiten großes Ansehen genoss, das auch über die Ländergrenzen hinausstrahlte, schwand seine Wertschätzung bereits wenige Jahre nach seinem Tod. Einen Tiefpunkt erreichte seine Anerkennung während der Romantik, als die bloße Kritik an seinem musikalischen Werk einer unbegründeten, auch seine Person betreffenden Diffamierung wich.
Musikwissenschaftler des 20. Jahrhunderts räumten – zunächst zögerlich – auf Werkanalyse gestützen Einschätzungen mehr Raum ein und leiteten schließlich eine Wiederentdeckung Telemanns ein, die von sporadischer Kritik begleitet wird. Unter ihnen: Eckart Klessmann, der spätestens seit seiner in der Reihe "Hamburger Köpfe" der Zeit-Stiftung erschienen Telemann-Biographie als intimer Kenner und Liebhaber des Komponisten gilt.

Eckart Kleßmann wurde am 17. März 1933 in Lemgo geboren. Von 1956 bis 1963 war Kleßmann Sortiments- und Verlagsbuchhändler und von 1964 bis 1976 Redakteur (unter anderem für Die Zeit). Seit 1977 ist er freier Schriftsteller. Er lebt seit 1961 in Hamburg und schrieb 1981 eine Geschichte der Stadt Hamburg. Darüber hinaus widmete sich Kleßmann in mehreren Büchern der deutschen Romantik, darunter eine Biographie über Caroline Schlegel-Schelling.