Donnerstag, 26. März 2009, 19.30 Uhr
In Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung
Zum 80. Geburtstag

Günter Kunert
liest eigene Texte
Paul Kersten: Laudatio und Moderation
Eintritt: € 8,00 / erm. € 5,00

Am 6. März feierte Günter Kunert seinen 80. Geburtstag. Geboren 1929 – wie (unter anderen) Walter Kempowski, Christa Wolf, Heiner Müller, Hans Magnus Enzensberger, Peter Rühmkorf. Der Jahrgang 1929 hat offenbar eine ganz eigene Qualität von Schriftstellern hervorgebracht. Autoren, die die deutsche Literatur der Nachkriegszeit maßgeblich geprägt haben, weiterhin prägen und die -wie man es von besonderen Jahrgängen nicht anders erwartet- oftmals mit dem Alter an Qualität, Nuancenreichtum und Feinheit gewinnen.
Allem zuvor ist Günter Kunert Lyriker. Doch neben der Lyrik sind es auch Kurzgeschichten (Parabeln) und Erzählungen, Essays, autobiographische Aufzeichnungen, Aphorismen, Glossen und Satiren, Märchen und Sciencefiction, Hörspiele, Reden, Reiseskizzen, Drehbücher, eine Vielzahl von Vor- und Nachworten zu Veröffentlichungen von anderen Autoren, Libretti, Kinderbücher, ein Roman, ein Drama und anderes mehr, die Kunerts kaum noch überschaubares schriftstellerisches Werk ausmachen.
Am 26. März wird Kunert ausgewählte eigene Texte vortragen.
Paul Kersten, selbst Schriftsteller, Lyriker und Fernsehjournalist (Kulturjournal, Bücherjournal) würdigt Kunert und moderiert die Veranstaltung.

Günter Kunert wurde 1929 in Berlin geboren. Er studierte an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin. 1947 veröffentlichte er erste satirische Gedichte und Kurzgeschichten. Er wurde beeinflusst von J. R. Becher und B. Brecht, den er Anfang der Fünfzigerjahre kennenlernte. Entdeckt wurde Günter Kunert Ende von Bertolt Brecht und Johannes R. Becher. In den Sechziger- und Siebzigerjahren gehörte er in der DDR zu den erfolgreichsten Künstlern. Auf Kino- und Fernsehfilmen, Radio-Features und Dokumentationen, aber vor allem auf Romanen, Erzählungen, Lyrik und Essays liegt das Hauptgewicht seines Schaffens. Er beschrieb u.a. die Spannungen und Konflikte innerhalb der realsozialistischen Gesellschaft und bekam in den sechziger Jahren zunehmend Schwierigkeiten mit dem Regime. 1979 siedelte er nach Westdeutschland über. Seit 1981 ist er Mitglied der deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Heute lebt der Schriftsteller bei Itzehoe. Günter Kunert veröffentlichte u. a. Gedichtbände, Romane, Essays, Erzählungen, Kinderbücher, Reise-Feuilletons: Unter diesem Himmel (1955) Im Namen der Hüte (1967) Unterwegs nach Utopia (1977) Diesseits des Erinnerns (1982) Der Sturz vom Sockel, Feststellungen und Widersprüche (1991) Erwachsenenspiele (1997). Der alte Mann spricht mit seiner Seele. (2006), Als das Leben umsonst war (2009).