Dienstag, 9. April 2013, 19 Uhr

In Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung
Günter Kunert
liest aus seinem neuen Buch
Tröstliche Katastrophen

Eintritt: 10,- / erm. 7,-

 

Guenter Kunert
Günter Kunert 2008
Copyright: Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag

 

„Irgendwann las ich einmal, wir verschliefen die Hälfte unseres Lebens“, schreibt Günter Kunert. „Ein Umstand, der mich wenig bedrückt.“ Seit Jahrzehnten führt Günter Kunert ein Ideenmagazin und Gedankenbuch, mit dem er zu einem der scharfsinnigsten, illusionslosen Beobachter von Politik und Literatur geworden ist. „Taub muss sein, wen die Stimme dieser Essays nicht an irgendeiner Stelle alarmiert“, schrieb Walter Hinck in der F.A.Z. Im Jahr 1963 erschien Erinnerung an einen Planeten, Günter Kunerts erstes Buch bei Hanser. Genau ein halbes Jahrhundert später muss Kunert konstatieren: Ein neues Jahrtausend ändert noch gar nichts, im Gegenteil. Ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf, die Welt noch schneller zu ruinieren, mit wissenschaftlichem und ökonomischem Fortschritt, mit großen Worten, um die schlechte Welt schönzureden. Niemand bringt die Gegenwart so genau, so witzig auf den Punkt wie der große deutsche Dichter Günter Kunert.

Günter Kunert
1929 geboren in Berlin
1936 Volksschule; keine Weiterbildungsmöglichkeiten wegen seiner jüdischen Abstammung
1943 Lehrling in einem Bekleidungsgeschäft; während des Krieges von den Nazi-Behörden für wehrunwürdig erklärt
1946 Studium der Graphik an der Hochschule für Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee.
1948 erste Publikation von Gedichten und Geschichten für die Zeitschrift „Ulenspiegel“
1948/49 Eintritt in die SED
1950 Entdeckung und Förderung durch Johannes R. Becher
1951/52 Bekanntschaft mit Bertolt Brecht
seit 1952 Mitarbeit an verschiedenen Zeitschriften; Beiträge für Film, Fernsehen und Rundfunk
seit 1965 verstärkte Kritik an Kunert innerhalb kulturpolitischer Debatten in der DDR
1972/73 Visiting Associate Professor an der University of Texas in Austin/Texas; anschließend Reise durch die USA
1975 Writer in Residence an der University of Warwick/Großbritannien
seit 1976 Mitglied der Akademie der Künste (Berlin – West); Unterzeichnung der Biermann-Petition gegen dessen Ausbürgerung
1977 Streichung der SED-Mitgliedschaft
seit 1979 mehrjähriges Visum für die Bundesrepublik Deutschland; lebt seitdem als freier Schriftsteller bei Itzehoe. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt.
2005 Präsident des P.E.N. Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland.

Preise und Auszeichnungen
1962 Heinrich-Mann-Preis
1973 Johannes-R.-Becher-Preis
1979 Georg-Mackensen-Literaturpreis
1980 Ehrengabe des Kulturpreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
1983 Stadtschreiber des Frankfurter Stadtteils Bergen-Enkheim
1985 Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf
1990 Stadtschreiber der Stadt Mainz
1991 Friedrich-Hölderlin-Preis
1991 Ernst-Robert-Curtius-Preis für Essayistik
1996 Hans-Sahl-Preis für sein Gesamtwerk
1999 Prix Aristeion der Europäischen Union für Nachtvorstellung
2005 Ehrendoktorwürde der Universität Turin, Italien, und dem Juniata College Huntingdon, USA
2011 Preis der Frankfurter Anthologie