5. Mai 2007, 18 bis 2 Uhr
LANGE NACHT DER MUSEEN 2007
"KUNST VERBINDET"

Ausstellung
Konstruktion und Deutung
Volkwin Marg · gmp

geöffnet von 18 bis 2 Uhr · Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Eintritt (für alle Häuser): € 12,- / erm. € 8,-

Kunst verbindet - die Menschen miteinander und auch die Künstler untereinander. Das Miteinander der verschiedenen Künste, ob Musik, Literatur, Medien, Baukunst, Darstellende oder Bildende Kunst, ist das Grundprinzip der Arbeit der Akademie. Auch die Veranstaltungen der Langen Nacht zeugen vom Miteinander der Künste: Ein Ausstellung des Hamburger Architekten Volkwin Marg, dazu improvisierte Klaviermusik und Lesungen - alles dargeboten von Mitgliedern der Akademie.

19:00 Uhr Volkwin Marg führt durch die Ausstellung
20:00 Uhr Christoph Bantzer liest aus Geno Hartlaubs "Sprung über den Schatten".
21:00 Uhr Volkwin Marg führt durch die Ausstellung
22:00 Uhr Prepared Piano Performance - Experimentelle Musik zwischen Komposition und Improvisation von und mit Peter Michael Hamel


Die Akademie ist an diesem Tag von 18:00 - 2:00 Uhr für Sie geöffnet

 

Volkwin Marg führt durch die Ausstellung "Konstruktion und Deutung
Die Architektursozietät von Gerkan, Marg und Partner ist seit 40 Jahren weltweit tätig; Volkwin Marg hat sie mit gegründet. Er ist weder Konstruktivist noch Dekonstruktivist, sondern begreift Baukunst baumeisterlich. Die kulturelle Lücke zwischen vernünftiger Technik und sinnlicher Kunst überbrückt er durch die baukünstlerische Synthese der konstruktiven Formfindung und deutenden Formsetzung. Das Verständnis der rationalen Konstruktion und die Verständlichkeit der architektonischen Formsprache sind für ihn die zusammen gehörenden zwei Seiten der Architektur.
Die präsentierten Bauten und Projekte - Stadien, Arenen, Messen, Brücken und Türme - demonstrieren die Freude an der kreativen Entwurfsarbeit mit Ingenieuren.
Wir freuen uns sehr, dass Volkwin Marg sich bereit erklärt hat, in zwei Führungen zur Langen Nacht der Museen durch seine Ausstellung zu führen und Fragen zu seiner Arbeit zu beantworten.

Prepared Piano Performance - Experimentelle Musik zwischen Komposition und Improvisation von und mit Peter Michael Hamel
Angeregt durch die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Komponisten John Cage (1912-1992), dem Erfinder des "präparierten Klaviers", entwickelte Peter Michael Hamel seit den Siebziger Jahren seine Prepared Piano Performance.
Eine stets freie Version dieses "work in progress" entsteht meist ohne Notenvorlage, vom Komponisten selbst nach festgelegtem Plan und genauer Determinierung der Tonhöhen realisiert. Durch die Präparation des Flügels entstehen immer neue Modulationen, je nach Eigenart und Beschaffenheit des Instrumentes.
Immer wieder kommen dabei andere, perkussionsartige Klänge zustande, obwohl die Präparation genau vorbestimmt ist: die Materialien (Gummi, Draht, Plastikbolzen) stehen fest, die Tasten (der Modus, die Skala) und die Position auf den zu präparierenden Saiten sind seit 1972 immer dieselben, ebenfalls die motivisch-thematischen und rhythmischen Grundmuster.
Die Aufführung ist jedoch jedes mal neu und unwiederholbar, viel hängt von der Atmosphäre des Raumes ab, von der Bereitschaft der Zuhörer und der eigenen, augenblicklichen Konstitution des Spielers. Dieser taucht in eine innere Haltung ein, die man als mediales Musizieren bezeichnen könnte. Der "self-performing artist" versucht sich dem kontemplativen, wachen Zustand des Spielen-Lassens anzunähern, schaut sich und seinen Händen zu, wie es "wie von selbst" spielt.
Je nach Bereitschaft kann sich dieser Zustand innerer Gelassenheit auf den Hörer übertragen.
Der Komponist will ein unmittelbares Entstehen von Musik, vom kreativen Augenblick ermöglichen: den entschieden kommunikativen Zustand der Hier und Jetzt für alle Anwesenden.
Im Anschluss an die Performance gibt der Komponist, der von seinem Sohn Johnny Hamel an der afrikanischen Djembé-Trommel begleitet wird, den Zuhörern die Gelegenheit, selbst am präparierten Flügel Klänge auszuprobieren und erklärt beim Entfernen der Materialien seine Vorgehensweise.

Schauspieler liest Autoren der Akademie
Veranstaltungen, in denen Schauspielerinnen und Schauspieler Texte von Akademiekollegen der Literatur vortragen, gehörten schon in den vergangenen Jahren zu den Höhepunkten der Langen Nächte in der Akademie: Uwe Friedrichsen liest Hubert Fichte, Christoph Bantzer liest Erich Fried, Will Quadflieg Hans Erich Nossack, Peter Striebeck Günter Grass - alles erinnernswerte literarisch-dramatische Veranstaltungen.
Auch die Paarung der diesjährigen Langen Nacht - Christoph Bantzer liest Texte der am 25. März 2007 91jährig verstorbenen Geno Hartlaub - verspricht etwas Besonderes zu werden.