Tina Uebel / Abstraktes Bild (809-4) / Antje Steen mit Bandoneon
© Fotos: Stefan Malzkorn / Stefan Hoenerloh / Ensemble Obsession

Sonnabend, 12. April 2014, 18 bis 2 Uhr
Lange Nacht der Museen 2014
"Von Berlin bis Buenos Aires"Mit Beiträgen von Tina Uebel, Ulrich Höhns und dem Ensemble Operassion.
Architektur, Malerei, Musik, Literatur - all das findet sich im Programm der Akademie zur Langen Nacht der Museen: Die morbiden Gemäuer des Berliner Malers Stefan Hoenerloh bilden den Hintergrund eines abwechslungsreichen Programms. Papua, Kongo, Nordwestpassage - das umtriebige Multitalent Tina Uebel berichtet von ihren ungewöhnlichen Reisen, und das Ensemble Operassion entführt uns in die Welt der Tango-Nuevo Legende Astor Piazzolla. Dazu ein Ausflug in die Hamburger Stadtgeschichte: Der Architekturhistoriker Ulrich Höhns rekonstruiert die mehr als 100jährige Geschichte des Areals am Steintorwall, an dem heute die umstrittenen City-Hochhäuser stehen.

19:00 Uhr „20 minutos con la realidad“ Tango Nuevo von Astor Piazzolla. Mit dem Ensemble OPERASSION (Bandoneon, Cello, Piano)

19:30 Uhr „Eine Utopie gewinnt Form.“ Ulrich Höhns erzählt die spannende Geschichte der City-Hochhäuser am Steintorwall.

20:00 Uhr „Uebel unterwegs“. Tina Uebel berichtet von ihren ungewöhnlichen Reisen.

21:00 Uhr „20 minutos con la realidad“ Tango Nuevo von Astor Piazzolla. Mit dem Ensemble OPERASSION (Bandoneon, Cello, Piano)

Die Bar ist von 18:00 - 2:00 Uhr geöffnet.

Eintritt: 12,- / erm. 8,- (Eintrittskarte gilt für alle teilnehmenden Häuser)

Stefan Hoenerloh ist ein ganz außergewöhnlicher Maler, ein Moderner mit altmeisterlicher, perfekter Technik, die alles zeigen und entstehen lassen kann, was sie will. Das große Thema von Stefan Hoenerloh ist die Architektur, die gebaute Stadt. Und die Häuser in den Bildern Stefan Hoenerlohs sind alt, von des blinden Chronos Zahn benagt, vom Staub vieler Jahrzehnte bedeckt, vom Regen hunderter Herbste verwaschen, von der Witterung unzähliger Jahre angegriffen. Ihre Patina, schmutzig und vornehm zugleich, verweist auf die Würde des Alters.

Tina Uebel, Hamburger Schriftstellerin, ist unterwegs: Zum Segeln in der Nordwestpassage und Tangotanzen in Beirut, Rentierhüten in der Arktis und Spaßhaben in Teheran, Flußfahren im Kongo und Sightseeing in Nordkorea – oder auch einfach auf ein gutes Gespräch mit Ex-Kannibalen in Papua. Von ihren Reisen bringt sie Erkenntnisse mit. Und Geschichten.

Astor Piazzolla schrieb eine neue Art von Musik, die authentisch ihrer Zeit entspringt und doch zeitlos vom Menschlichen erzählt. Spannend-traurige Musik voller Energie, Sinnlichkeit und Lebenslust. Wir wagen einen Blick auf das Werk des großen Argentinischen Komponisten, verdichtet auf gut 20 Minuten. Eine ungewöhnliche und ungewöhnlich intensive Instrumentenkombination: Cello - das ausdrucksstärkste der Streichinstrumente, Klavier - das vielseitigste Musikinstrument und Bandoneon - die Seele des Tango. Kammermusik unter Höchstspannung - zwischen Tango und Moderne.

Eine Utopie gewinnt Form. Die Großformen Ballinhaus, Chilehaus und Sprinkenhof brachen in den 1920er Jahren mit großer Wucht in die damals noch kleinteilig bebaute Hamburger Altstadt ein. Was bereits hundert Jahre zuvor behutsamer an den Rändern begonnen hatte, setzte sich nun radikal im Kern fort. Die vier heute heiß diskutierten City-Hochhäuser von 1956 mit ihrer markanten Taktung sind nicht vom Himmel gefallen. Sie stehen in dieser Kontinuität und sind das greifbare Ergebnis eines jahrzehntelangen fachlichen Ringens um die angemessenene monumentale Architektur und den großstädtischen Gestus genau dieses Ortes. In einem reich bebilderten Vortrag rekonstruiert der Architekturhistoriker Ulrich Höhns die abwechslungsreiche Entwicklung dieses geschichtsträchtigen Areals.


City Hof Häuser am Johanniswall.
© Foto: Hamburgisches Achritekturarchiv