Portraitkonzert
NORBERT LINKE
Montag, 16. Juni 2003, 19.30 Uhr
Eintritt: € 8,00 / erm € 5,00

Gaudeamus Quartett Brasov/Kronstadt (Rumänien):
Lucia Neagoe, 1. Violine · Aaluca Tonescu, 2. Violine · Leona Varvarichi, Viola · Sebastian Virtosu, Violoncello · Peter Roggenkamp, Klavier

Am 16. Juni setzt die Freie Akademie der Künste ihre Reihe mit Portraitkonzerten fort. Im Mittelpunkt des Abends steht der Komponist Norbert Linke. Linke, der im März seinen 70. Geburtstag feierte, gehört der Akademie bereits seit 1971 an.
Interpretiert vom Rumänischen Gaudeamus Quartett und dem Pianisten Peter Roggenkamp spannt das Programm, das Linke selbst zusammenstellte, einen Bogen über das kompositorische Schaffen aus vier Jahrzehnten


PROGRAMM:

Polkomania (III. Streichquartett)

Zug-Stücke für Klavier Nummern 10 - 16
Hersfelder Szene, Bertaria, Ricercaritas, Recht so Specht, Choral für Schlüchtern, Vogel als Profet Nr. 2, Mystification

Konkretionen II (I. Streichquartett)

- Pause -

Elegie über das Leiden der Menschen (II. Streichquartett)

Polyrhytmika Nr. 11 und Nr. III für Klavier

Nachklänge aus Wien für Streichquartett



Norbert Linke, 1933 in Steinau/Oder (Schlesien) geboren, lebt heute als Komponist und Musikologe in Borken-Gemen. Schon als Schüler komponierte er eine Schuloper und Instrumentalwerke. Das Kompositionsstudium absolvierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik Hamburg bei den Professoren Ph. Jarnach und E. G. Klussmann, ehe er sich bei P. Boulez, G. Ligeti und K. Stockhausen während der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik (1962 - 64) "den letzten Schliff" holte. Das daselbst 1963 uraufgeführte Streichquartett KONKRETIONEN II fand ein weltweites Echo und ebnete ihm den Weg, von dem rund 100 Rundfunkproduktionen, zahlreiche Anerkennungen und Kompositionspreise (u. a. 1977 Johann-Wenzel-Stamitz-Hauptpreis Stuttgart) und eine anhaltende Nachfrage resultierten. 1971 erfolgte die Berufung als Mitglied der Sektion Musik der Freien Akademie der Künste in Hamburg.
Seit 1976 lehrt er als ordentlicher Professor für Musik an der Universität Duisburg-Essen, Standort Duisburg.

Peter Roggenkamp ist als Pianist und als Leiter von Meisterkursen in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien tätig geworden. Viele zeitgenössische Komponisten, darunter Dessau, Hespos, Kopelent, Lachenmann und Yun, vertrauten ihm Werke zur Uraufführung an.
Er ist als Herausgeber tätig (Breitkopf & Härtel, Universal Edition Wien) sowie als Mitarbeiter der Wiener Urtext Edition (Schumann, Brahms, Schönberg) und schreibt für Verlage z. B. Hans Schneider und Schott Musik International. Sein Buch "Schriftbild und Interpretation in Neuer Klaviermusik" erschien 1996 bei der Universal Edition Wien. 1973 wurde Roggenkamp in die Freie Akademie der Künste in Hamburg gewählt.

Das Gaudeamus Quartett wurde 1987 in Iasi/Rumänien durch die Initiative des weltbekannten Voces Streichquartetts gegründet. Die Mitglieder waren als Solisten im Philharmonischen Staatsorchester Brasov tätig, ehe sie infolge zahlreicher gewonnener Wettbewerbe sich selbstständig machten. Sie gewannen u. a. den Spezialpreis beim "Mozart-Streichquartett-Wettbewerb" in Salzburg/Österreich (1995) und den 1. Preis beim "Rovero d'Oro" Kammermusik-Wettbewerb in San Bartolomeo al Mare/Italien (2000). Das Gaudeamus Quartett gastierte in allen großen Städten Europas sowie in Tokyo/Japan.