In der Reihe "Sinn des Ganzen" - Kunst und Gesellschaft im Dialog

Der Komponist Manfred Stahnke und der Journalist Jochen Stahnke im Gespräch.

Moderation: Monique Schwitter

Der Hamburger Komponist Manfred Stahnke und sein Sohn Jochen Stahnke, FAZ-Nahostkorrespondent bis 2021.
Ihr Thema: Keine Kunst ohne Rezipienten – kein Journalismus ohne Leserschaft.
An wen richten wir uns? Schreiben und Komponieren wir für die Menge Mensch, oder eher für die Einzelnen, Freien, Mitdenkenden? Was geschieht in Kunst und Medien, wenn der Elfenbeinturm mit- oder doch nicht mitgedacht wird? Die Kunst, wenn sie denn “frei” ist, kann bei ihrer Entstehung den Adressaten außer Acht lassen. Der Journalismus hingegen wird immer den Adressaten und oft auch die Reaktion der Beschriebenen mitdenken müssen.

(Meinungs- und Kunst-) Freiheit oder Korsett?
Der Journalist ist der Realität verpflichtet. Er versucht, gewissermaßen im Korsett der Nüchternheit, seiner Leserschaft zu beschreiben, was da ist. Der Komponist, der Künstler versucht etwas zu schaffen, was (noch) nicht da ist. Welche Rolle spielt der Adressat hierbei? Die Kunst baut ihre eigene Welt, sie ist frei – und bewegt sich doch in der Vorbildung ihrer Protagonisten und wendet sich irgendwohin, sie braucht eine Richtung, einen Empfänger.

Lautsprecher vs. Grundlagenforschung
Sowohl in der Kunst als auch im Journalismus gibt es sie, die massenkompatiblen oder zumindest viel beachteten Lautsprecher (die aber deswegen nicht unbedingt besonders interessant sein müssen), Alleserklärer in den Talkshows oder Kommentarspalten der Zeitungen, die heute Merkel, morgen Afghanistan, übermorgen Trump und Israel erklären. Dagegen steht eine “Grundlagenforschung”: In der Kunst, aber auch im Journalismus. Und hier wartet keine begeisterte Zuschauermenge, hier geht es darum, selbstbewusst allen Anbiederungen zu widerstehen.

“Sinn des Ganzen”: Ein Akademiemitglied und eine Persönlichkeit aus der Politik, Wissenschaft, Unterhaltung, aus dem sozialen Bereich, dem Sport, etc. begegnen sich im Gespräch. In diesen herausfordernden Zeiten mit ihren aufgeregten, oft verkanteten gesellschaftspolitischen Debatten möchten wir mit „Sinn des Ganzen“ ein Format schaffen, in dem miteinander gesprochen wird: zugewandt, persönlich, engagiert. Es geht mehr um Gemeinsamkeiten als um Positionen, um einen Austausch aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Bezug auf das Verbindende: auf unsere Zeit und unsere Welt.

Veranstaltungsort:
Freie Akademie der Künste in Hamburg