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  ACHTUNG, WEIHNACHTEN!
Unikate von Maria Kulikovska

ACHTUNG, WEIHNACHTEN!

Die aus der Ukraine stammende Künstlerin Maria Kulikovska hat im März/April 2023 bei uns in der Akademie ihre Installation „table 2“ realisieren können. Diese bestand aus zwölf Gedecken mit je großem und kleinem Teller. Als Vorlage für den keramischen Prozeß dienten ihre Aquarelle, gefertigt auf Dokumenten ihrer Flucht von der Krim über Kiew und weiter über Österreich nach Deutschland: Visaanträge, Einreiseformulare u.ä.. Bei den Motiven dieses Hamburger Tisches geht es um die Nöte einer jungen Mutter im Krieg und auf der Flucht. Texte stehen im Vordergrund, Fragen nach dem „Wann hat das ein Ende?“ oder nahezu fatalistische Sätze wie „Leben in einem andauernden Albtraum – und dennoch lächeln und weitermachen.“ Und auch die Sorge um das Wohl des Kindes: „Entschuldige diese Kindheit, ohne gute Ärzte und ohne ausreichende Aufmerksamkeit“.

Einige dieser Texte werden kombiniert mit Blumen – man erwartet so was kaum im Krieg und auf der Flucht – andere Zeichnungen zeigen schnelle Mutter-Kind-Skizzen – diese mit wenig oder gar keinem Text. Ein Teil dieser Vorlagen-Aquarelle ist seit kurzem vertreten im FENIX, dem neuen Museum für Migration in Rotterdam.

Jeder Teller ist ein Unikat, und für jeden Teller hat die Künstlerin ein Zertifikat erstellt.
Alle Teile standen einzeln zum Verkauf, und ein größerer Teil ist gleich bei der Ausstellung verkauft worden. Die übriggebliebenen Exemplare suchen jetzt neue Eigentümer. Der Erlös kommt der Künstlerin zugute, die nach wie vor auf solche Einkünfte angewiesen ist.

Die Objekte sind in der Akademie zu besichtigen und zu erwerben.
Ein großer Speiseteller kostet je 180,- €, ein kleiner Kuchenteller 150,- €.
Ein Set aus einem großen und einem kleinen Teller mit dem gleichen Motiv kostet 300,- €.

Maria Kulikovska, geboren 1988 in der ukrainischen autonomen Republik Krim, studierte zunächst Architektur in Kiew und danach Freie Kunst in Stockholm. Nach der Annexion der Krim floh sie nach Kiew und lebte und arbeitete dort. Kurz nach dem 24. Februar 2022 war sie, zusammen mit ihrem neugeborenen Baby, gezwungen, erneut zu fliehen. Danach konnte sie zunächst als Stipendiatin des Landes Oberösterreich und des Francisco Carolinum Museums Linz in den keramischen Werkstätten der Gmunder Keramik-Manufaktur an einer neuen Installation („Table of negotiations“) arbeiten. Danach lebte und arbeitete sie eine Zeit lang in Helsinki am HIAP, dem Helsinki International Artist Programme. Und in Linz und dort in Helsinki entstanden Kulikovskas Aquarelle, die die Grundlage für diese Installation bilden. Derzeit lebt sie mit ihrem kleinen Kind bei Freunden in London und arbeitet an ihrer PhD-Thesis.
Abb. Teller aus „table 2“ | © FAdK