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  Claus Peymann verstorben

Niels-Peter Rudolph

Nachruf auf Claus Peymann

Claus Peymann ist mit achtundachtzig Jahren gestorben. Nachruf. Nun rufen sie alle hinterher, also auch ich, zum Teil im Namen der Freien Akademie der Künste in Hamburg.

Peymann war Zeit seines Lebens ein enormer Dickschädel, viel durchsetzend, um ihn herum bewirkend, weil er beinahe immer mit seinem Kopf durch die Wände ging. Waren keine da, errichtete er sie erstmal selber.

Wie ein Bulldozer war er meist, aber auf der richtigen, auf der Hauptstraße. Er hatte wohl verschiedene gute Ziele. Da war er in seiner Widerständigkeit wichtig. Es blieb aber auch viel Plattgewalztes zurück, nicht nur rechts, sondern links und in der Mitte. Wenigstens war er nicht zu leise, wie so viele andere auf den bedeutenden Stühlen zu seiner Zeit und dann danach.

Ja, viele Schauspieler ließ er groß werden und zu sich selbst kommen. Einen wachen Instinkt hatte er für Autoren, die zu stützen wichtig war. Was er als Regisseur auf der Bühne machte, blieb auch später immer ein wenig Studententheater, allerdings mit viel, viel Geld und jeder einfangbaren Prominenz.

Möge er in Frieden in der Geschichte des deutschen 68-er-Theaters ruhen. Und die anregenden seiner Hinterlassenschaften im Gedächtnis bleiben.

 

Claus Peymann und Niels-Peter Rudolph waren Zeitgenossen und Theaterentdecker auf so parallelen wie verschlungenen Wegen, beide Mitglieder der Akademie. 
Daher die an Niels-Peter Rudolph gerichtete Bitte um einen Nachruf.