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  Malerin Karin Witte verstorben

Heinz Spielmann

Zum Gedächtnis an Karin Witte (1939 - 2025)

Der Tod von Karin Witte macht bewusst, welche Zeitspanne die Entwicklung der Freien Akademie der Künste in Hamburg umfasst – ein gutes Jahrhundert, wenn man sich vergegenwärtigt, dass viele Mitglieder der 1933 unter Zwang endenden Hamburger Sezession siebzehn Jahre später die freundschaftliche Aktivität von Malern, Zeichnern und Bildhauern in der Akademie mit der Sektion „Bildende Kunst“ auf einer anderen Ebene fortleben ließen.
In dieser, Kontinuität und Innovation verbindenden Entwicklung steht auch das Werk von Karin Witte. Ihr Lehrer Wilhelm Grimm war ein angesehenes, früh anerkanntes Mitglied der Sezession und dann der Akademie.
Wie Gisela Bührmann, an deren 100. Geburtstag wir kürzlich erinnerten, fügte ihr Studium bei Wilhelm Grimm Karin Witte in die Tradition einer malerisch-gegenständlichen Darstellungsmodalität, zunächst in oft kleinformatigen, poetischen Interieurs und Figurenbildern, dann in Zeichnungen und Radierungen mit vor sich hinträumenden, die Umwelt nicht beachtenden Mädchen. In ihnen spiegelte sich wohl auch ihr Selbstverständnis.
Ihr Weg führte sie von realitätsnahen zu abstrakteren Bildern und Zeichnungen, aus denen jedoch immer wieder ihre Bindung an die gesehene Welt sprach, vor allem in einigen Portraitzeichnungen und in Kartengrüßen, die sie an Freunde schickte.