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  Mariella Mosler – In einem Jahr mit 13 Monden
Ausstellung

Mariella Mosler - In einem Jahr mit 13 Monden

Eröffnung am Sonntag, 7.9.2025
16 Uhr: Töpferstube in Planten un Blomen Hamburg beim 7. Mond
17 Uhr: Einführung von Dr. Belinda Grace Gardner

Ein Projekt von Mariella Mosler im öffentlichen Raum.

Im Hamburger Stadtraum werden im Sommer 2025 dreizehn Mondskulpturen platziert und verbleiben für den Zeitraum eines Jahres an ihrem jeweiligen Installationsort. Diese Kunstintervention, die sich über sechs Stadtteile erstreckt, verbindet kosmische Zyklen mit urbanen Räumen. Der Titel „In einem Jahr mit 13 Monden“ bezieht sich auf ein seltenes Phänomen des Mondkalenders und verweist auf den gleichnamigen Film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1978, in dem die Bewegung eines Menschen durch den urbanen Raum mit den Zyklen des Mondes verknüpft wird.

Die mit Blattsilber belegten Edelstahlscheiben werden an Bäumen, Gebäuden, Wänden und Zäunen installiert, das Licht ihrer Umgebung reflektieren. Im Laufe der Zeit werden sich die Monde durch natürliche Oxidation und Umwelteinflüsse verändern und Spuren ihrer Standorte aufnehmen.

Die Faszination des Mondes ist jahrtausendealt: Er bewirkt mit seiner Anziehungskraft Ebbe und Flut und bringt Ozeane in Bewegung. Viele Menschen glauben an seinen Einfluss auf ihren Körper und ihr Befinden. In unseren sich kontinuierlich wandelnden Städten, wo natürliche Elemente wie Parks und Bäume immer weniger Raum finden, bildet der Mond eine Projektionsfläche für das menschliche Seelenleben. Einige der Monde leuchten an Bäumen, die in unseren Städten eine Mittlerrolle zwischen Natur und Kultur einnehmen und eine lebendige Erinnerung daran sind, dass auch wir Teil der Natur sind. Wenn wir aus der Enge des urbanen Raums den Blick zum Nachthimmel richten, erinnert uns der Mond an eine andere Proportion von Raum und Zeit – eine nicht erfassbare kosmische Situation jenseits unserer Zeitmesstechniken und unserer Lebenszeit.

Meine skulpturalen Balancen basieren auf Energien der Natur und ihren Gesetzen. Es sind weder Abstraktionen von etwas, noch Symbole für etwas, auch keine Modelle für oder von etwas. Sie sind geerdet und stehen für sich. Dass die Teile sich so oder so verhalten, ist physikalisch bedingt, aber wie sie zusammen in eine spannende Konstellation des Gleichgewichts finden können, geschieht durch eine Auswahl unter ästhetischen Gesichtspunkten. Wege zu einer „Architektur des Gleichgewichts“ zu finden, bedeutet Wege aus der Gebundenheit und Schwere zu finden. Der Widerstand der Schwere ist wiederum nur mit Schwere zu überwinden, mit Gegengewicht. So entscheidet immer Schwere über den Weg aus der Beharrung, vom Lagernden zum Aufrechten und Schwebenden. (Jan Meyer-Rogge)

Alle Infos zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Link.

© Mariella Mosler