Mittwoch, 4. Februar 2015, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg
Das Philosophische Café Extra
Thema: "Das Menschenmögliche: die Kriege - der Paradiesglauben - die menschliche Ambivalenz.
Mit den Gästen Harald Welzer, Elisabeth von Thadden und Jörg Baberowski.
Gastgeber: Reinhard Kahl
Eintritt: 14,- / erm. 12,- (10,- für Mitglieder)
Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum

 

»Der Mensch übersteigt unendlich den Menschen«, schrieb Blaise Pascal. Man muss ergänzen: in beide Richtungen. Nach unten wie nach oben. Die Exzesse des IS in Syrien lassen uns Mitteleuropäer aufschrecken. Viele sind überrascht, als sei unsere Geschichte eine aus der Gartenlaube. Die Nachrichten aus der Ukraine bringen den Krieg, der fast überwunden schien, in die Vorstellung zurück. Menschen sind schier zu allem fähig. Das wird schnell vergessen.
Die meisten Erklärungen der Gewalt sehnen ihr Ende herbei. »Doch die Gewalt war und ist eine für jedermann zugängliche und deshalb attraktive Handlungsoption – und kein ›Betriebsunfall‹ oder ›Extremfall‹«, argumentiert Jörg Baberowski. Die Forschungen des Historikers (Humboldt Universität Berlin) über den Stalinismus (»Verbrannte Erde«) haben ihn und seine Leser in den Abgrund blicken lassen. Demnächst erscheint seine Studie »Räume der Gewalt«. Diese finsteren Räume dürfen die Aussicht auf eine kultivierte Gesellschaft nicht verstellen. Was macht den Unterschied? Diese Debatte kann keine nur über Kriege in Syrien oder der Ost-Ukraine sein. Den Raum des Menschenmöglichen vermessen mit Jörg Baberowski die Journalistin Elisabeth von Thadden (»Die Zeit«) und der Sozialpsychologe Harald Welzer (diverse Universitäten und Stiftung FuturZwei).

Harald Welzer, © Thomas Langreder Elisabeth von Thadden, © Nicole Sturz Jörg Baberowski, © Campus Verlag Reinhard Kahl, © David Ausserhofer