Mittwoch, 27. Mai 2015, 19 Uhr
In Kooperation mit dem Literaturhaus Hamburg
Das Philosophische Café Extra
Thema: "Erschöpfung"
Mit den Gästen Michael Schulte-Markwort, Friederike Latzko und Andreas Weber.
Gastgeber: Reinhard Kahl
Eintritt: 14,- / erm. 10,-
Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum

 

Seit einigen Jahren macht Michael Schulte-Markwort, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKE, eine irritierende Beobachtung: Erschöpfungsdepressionen bei den Kids. Zum Beispiel bei Schülern, die fürchten, kein 1,0-Abitur zu schaffen. Er hat erst gezögert, ein Buch darüber zu schreiben, weil er fürchtete, damit Skandalisierungen anzuheizen, die nach einem Strohfeuer doch nur die Gleichgültigkeit und Erschöpfung steigern. Nun ist sein Buch »Burnout-Kids« (Pattloch) erschienen, und es wird breit diskutiert. Verantwortlich macht er die »Ökonomisierung«, die Herrschaft von Zweck-Mittel- Relationen und immer kurzfristigere Ziele, die den Alltag zersetzen: Input, Output, Putput. Was passiert derzeit in unserer Gesellschaft und was lässt sich dem entgegensetzen? Das überlegen mit Michael Schulte-Markwort: die Musikerin und bildende Künstlerin Friederike Latzko. Sie spielt in der Deutschen Kammerphilharmonie, einem der besten Orchester der Welt, das in Bremen mit einer Schule eine Art Wohngemeinschaft bildet. Der Biologe und Philosoph Andreas Weber hat über das Spiel der Kinder und die Natur (»Alles fühlt«) geschrieben und zuletzt eine poetische Theorie der Lebendigkeit vorgelegt.

 

M. Schulte-Markwort © Nina Grützmacher
Friederike Latzko, © Julia Baier
Andreas Weber © Pantea Lachin
Reinhard Kahl, © David Ausserhofer