Montag, 15. Februar 2010, 19.30 Uhr
Im Rahmen der Ausstellung "Doppelleben - Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland"
Fritz J. Raddatz
Vortrag
Deutsch-deutsche Schizophrenie
Eintritt: 6,- / erm. 4,-

Kaum ein Zweiter wäre so geeignet, zur Ausstellung Doppelleben - Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland zu sprechen wie der Unruhestifter Fritz J. Raddatz. Seine gleichnamige, 2003 erschienene Autobiographie zeugt von einem mehr als wechselhaften, einem wahren Doppelleben. Einem Leben zwischen Ost und West, das ganz der Literatur gewidmet ist. Der Literatur beider deutscher Staaten. Deutsch-deutsche Schizophrenie nennt er denn auch folgerichtig seinen Vortrag.

Fritz J. Raddatz wurde 1931 in Berlin geboren als Sohn eines UFA-Direktors. Er studierte Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Amerikanistik an der Humboldt - Universität in Ost-Berlin und machte dort 1953 Staatsexamen. 1954 promovierte Raddatz, 1971 habilitierte er sich an der Universität Hannover. Es folgte ein rasanter Aufstieg in der Welt der Literatur: 1953 bis 1958 stellvertretender Cheflektor im Verlag Volk und Welt in Ost-Berlin. 1960 bis 1969 stellvertretender Leiter des Rowohlt-Verlages, 1977 bis 1985 Feuilletonchef der ZEIT, seit 1969 Vorsitzender der Kurt-Tucholsky-Stiftung, Autor in viele Sprachen übersetzter Romane und eines umfangreichen essayistischen Werkes, zuletzt einer höchst beachteten Benn-Biographie. Raddatz ist unter anderem Träger des von Mitterand verliehenen Ordens „Officier des Arts et des Lettres“ und Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg.


Fritz J. Raddatz
Fritz J. Raddatz, Zeichnung: Annette Bätjer