Dienstag, 18. April 2006, 19 Uhr
Eine Veranstaltung von taz, die tageszeitung. taz nord
Reiches Hamburg - armes Hamburg: zwischen Elbharmonie und Vorstadt-Slums
Birgit Müller
, Chefredakteurin von Hinz&Kunzt
Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg
Peter Krämer, Hamburger Reeder und Mäzen
Dieter Läpple, Professor für Stadtökonomie an der TU Harburg
Moderation: Bascha Mika, Chefredakteurin der taz und Jan Kahlcke, Redaktionsleiter der taz nord
Nach der Diskussion besteht die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit der Redaktion.
Eintritt frei, Anmeldung erwünscht per Fax: 040-38 90 17 10 oder per eMail an:

 

Reiches Hamburg, armes Hamburg: zwischen Elbharmonie und Vorstadt-Slums

Gerade in Hamburg geht die Wohlstandsschere immer weiter auseinander: Auf der einen Seite boomt der Export und die Renditen der Großunternehmen steigen kontinuierlich an. Auf der anderen Seite grassiert die Armut und immer mehr Menschen steigen sozial immer weiter ab: Laut der Hamburger Sozialbehörde leben an der Elbe beispielsweise 22,6 Prozent der Kinder von Sozialgeld. Im westdeutschen Durchschnitt sind davon 12,7 Prozent der Kinder betroffen.
Wie in anderen Städten werden Hartz IV-EmpfängerInnen zunehmend gezwungen, sich nach billigerem Wohnraum umzusehen und dadurch in die so genannten Problem-Viertel am Stadtrand verdrängt. Nachdem Bürgermeister von Beust auch dort in seinen ersten Amtsjahren massiv Sozialausgaben eingespart hat, erkennt er nun offenbar die drohende Verslumung und will sich in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode verstärkt diesen Vierteln zuwenden, um ein "Abschmieren" zu verhindern.
Am augenscheinlichsten aber zeigt sich die Kluft zwischen Arm und Reich in der Innenstadt: Dank großzügiger Mäzene werden Prestigeobjekte wie die Elbphilharmonie realisiert, gleichzeitig prägen Bettler und Obdachlose das Bild der Straßen und Plätze. Warum gibt es in Hamburg zwar eine "Orgie des Mäzenatentums", wie Der Spiegel schreibt, aber eine vergleichsweise unausgeprägte Kultur des social sponsoring? Wohin führt der Vorstoß der Handelskammer, die das Problem schlicht durch ein Bettelverbot in der Innenstadt lösen will? Was passiert mit einer Stadt, in der das zentrale Wohnen zu einem Privileg für die Wohlhabenden geworden ist?
Diese Fragen werden von den TeilnehmerInnen des kontrovers besetzten Podiums diskutiert.