Montag, 22. November 2010, 19.30 Uhr
„So einsam ist der Mensch …“
Nelly Sachs zum 40. Todestag
PAUL KERSTEN über  Nelly Sachs
NICOLE HEESTERS liest aus dem Werk
Eintritt: 6,- / erm. 4,- 
Nicole Heesters
Nicole Heesters, Zeichnug: Annette Bätjer

Am 12. Mai 2010 jährte sich der Todestag der Schriftstellerin und Lyrikerin Nelly Sachs zum 40. Mal. Für die Akademie, deren frühes Mitglied die 1966 mit dem Nobelpreis für Literatur Ausgezeichnete war, ein willkommener Anlass, ihrer in einer Veranstaltung zu gedenken: Der Autor und Literaturjournalist Paul Kersten, der Sachs noch persönlich kennen lernte, führt in Leben und Werk ein. Nicole Heesters, die erst kürzlich in Wien Nelly Sachs-Gedichte rezitiert hat, liest aus der jüngst erschienenen kommentierten Werkausgabe.

Nicole Heesters, * 14. Februar 1937 in Potsdam. Sie ist die Tochter des Schauspielers und Sängers Johannes Heesters und gehört bereits seit Jahrzehnten zu den führenden Theater- und Fernseh-Schauspielerinnen des deutschsprachigen Raums. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie am Max Reinhardt-Seminar in Wien. Sie spielte an führenden Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, wo sie u. a. mit so renommierten Regisseuren wie Peter Zadek, Heiner Müller, Frank Castorf, Claus Peymann, Peter Stein und August Everding zusammenarbeitete. Ihre Karriere begann allerdings beim Film: 1953 stand sie in "Ich und meine Frau" zum ersten Mal vor der Kamera. 1954 folgte "Dieses Lied bleibt bei dir", und im selben Jahr debütierte sie am Wiener Volkstheater in der Titelrolle des Erfolgsstücks "Gigi". Diese Rolle spielte sie so bravourös, dass man sie sofort am Düsseldorfer Schauspielhaus verpflichtete, wo sie bis 1972 blieb. Dort sah man sie u.a. als Kätchen in "Der Widerspenstigen Zähmung", als Lady Macbeth in "Macbeth", in der Titelrolle von Kleists "Penthesilea", als Hebbels "Judith" und Shaws "Die heilige Johanna". Danach spielte Nicole Heesters am Hamburger Thalia-Theater, wo sie als Maria Stuart und in der Hauptrolle des Musicals "Sweet Charity" (1976) zu sehen war. Weitere erfolgreiche Theaterstationen in ihrer Karriere waren Berlin, München, Bochum, Basel, Zürich, Köln und natürlich Wien.

Paul Kersten, * 1943. Studium der Literaturwissenschaft und Linguistik in Hamburg. Promotion 1970. Von 1970 bis 1972 Lehrauftrag für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg. Daneben freiberuflicher Journalist. Seit 1973 Redakteur beim NDR-Fernsehen ("Kulturjournal" und "Bücherjournal", das er noch heute moderiert). Erhielt 1982 den Film- und Fernsehpreis des Deutschen Ärzteverbandes für das Feature "Die Traurigkeit, die töten kann". Zahlreiche literarische Veröffentlichungen, u.a. "Der alltägliche Tod meines Vaters" (1978), "Briefe eines Menschenfressers" (1987), "Abschied von einer Tochter" (1990), "Die Helligkeit der Träume" (1992), "So viele Wunden in der Luft" (2000). Seit 1988 Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg