In Kooperation mit dem
Arbeitskreis Photographie Hamburg e. V.

WALTER SCHELS
Das zweite Gesicht

Ausstellung anlässlich der 2. Triennale der Photographie

Eröffnung: Freitag, 26. April 2002, 18 Uhr
Geöffnet bis 27. Juni 2002, Di. bis So. - 11 bis 18 Uhr

Eintritt: € 3,50 / erm. € 2,--
Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für
Angelegenheiten der Kultur und der Medien, die Kulturbehörde Hamburg und


Begrüßung: Armin Sandig
Einführung: F. C. Gundlach


Walter Schels, 1936 in Landshut geboren, ist einer der passioniertesten, im besten Sinne obsessivsten Künstler im Bereich der Portraitphotographie.
Seit über 30 Jahren steht das Bild des Menschen, die Erforschung individueller Physiognomien vom Portrait eines Neugeborenen bis zum Bildnis einer Hundertjährigen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Ihm gelingt es, durch den meisterhaften Einsatz photographischer Mittel, durch präzise Licht-Schatten-Kontrastierungen und porentiefer Schärfe, zum Innersten, zur Seele, zum zweiten Gesicht der Menschen vor seiner Kamera vorzudringen.

Dabei stehen die Arbeiten von Walter Schels in der Tradition des psychologischen photographischen Portraits. En face, mit direktem Blickkontakt zur Kamera präsentieren sich die Portraitierten. Selbstbewußt schauen sie aus dem Bildraum dem Betrachter entgegen, der sich gerade bei den großformatigen Arbeiten mit der eindringlichen physiognomischen Landschaft des einzelnen Gesichts konfrontiert sieht. Dennoch ist Schels Blick kein distanzierter, kein emotionsloser, kein rein analytischer, sondern bleibt im höchsten Maße eindringlich, einfühlend und wahrt trotz aller Nahsichtigkeit gegenüber dem Portraitierten stets respektvolle Diskretion.

Eine zweite Dimension seiner Portraitphotographien stellt der Blick auch auf einzelne Körperpartien dar: die Hand eines Neugeborenen, der Fuß eines alten Menschen, die Rundungen eines Bauchs oder die ornamentalen Linien
eines Ohrs.

Mit derselben Intensität und Kraft, mit der er sich den Bildern des Menschen zuwendet, widmet sich Walter Schels der Photographie von Tieren, die ihm so zum Portrait geraten. Die Photographie eines Schafes wird so zur faszinierenden Charakterstudie, der beseelte Blick eines Geparden zur kraftvollen Konfrontation mit dem Gegenüber.

Walter Schels hat ein unvergleichliches photographisches Werk geschaffen, das die Freie Akademie der Künste im Rahmen der 2. Triennale der Photographie in Hamburg mit einer Einzelausstellung würdigen wird.