Montag, 31. Mai 2010, 19.30 Uhr
Katharina Thalbach
im Gespräch mit
HELLMUTH KARASEK
Eintritt: 8,- / erm. 5,-


Theaterarbeit ist im Hause Thalbach Familientradition: die Mutter war Schauspielerin, die berühmte Brecht-Darstellerin Sabine Thalbach. Ihr Vater ist der Schweizer Theaterregisseur Benno Besson. Und Katharina Thalbach ist heute eine Ausnahmeerscheinung auf und hinter deutschen Bühnen. Ihr Debüt als Schauspielerin gab sie bereits 15jährig am Berliner Ensemble als Hure Betty in dem Brechtstück "Die Dreigroschenoper". Ihre "Ziehmutter" ist keine geringere als Helene Weigel, die für Katharina Thalbach einen Elevinnenvertrag am BE einrichtet. Es folgen zahllose Theaterrollen, darunter in Die schöne Helena, Der Hauptmann von Köpenick, Käthchen von Heilbronn, Mutter Courage und ihre Kinder, Frau Jenny Treibel, Wie es Euch gefällt und Der Raub der Sabinerinnen - dem Stück, in dem sie dieser Tage in der Komödie Winterhuder Fährhaus in gleich dreifacher Funktion zu sehen ist: als Regisseurin und in einer Doppelrolle.
Typisch Thalbach.

Katharina Thalbach
Katharina Thalbach, Zeichnung: Annette Bätjer

Der eindrucksvollen Liste ihrer Theaterrollen steht inzwischen eine nicht minder imposante Reihe von Regiearbeiten gegenüber. Sie ist als Hörbuchsprecherin ebenso gefragt wie als Sängerin in Musikstücken und wirkte nicht zuletzt seit 1972 in rund 50 Filmen mit, darunter in Kassenschlagern wie "Sonnenallee".
Auch die Liste Ihrer Auszeichnungen ist lang. Sie erhielt u. a. den Kritikerpreis der DDR, gleich zweimal den Bayerischen Filmpreis, den Deutschen Darstellerpreis, die Auszeichnung Schauspielerin des Jahres der Zeitschrift "Theater heute", den Deutsche Filmpreis, den Adolf-Grimme-Preis, die Carl-Zuckmayer-Medaille, den Verdienstorden des Landes Berlin und, 2004, die Plakette der Freien Akademie der Künste Hamburg, deren Mitglied sie seit 1995 ist.

Ihr Gesprächspartner ist Hellmuth Karasek, dessen Meriten man hierorts kaum aufzuzählen braucht: 1934 in Brünn geboren studierte er Germanistik, Geschichte und Anglistik und schloss mit der Promotion zum Dr. phil. ab. Er war u.a. Feuilletonchef bei der Stuttgarter Zeitung, Chefdramaturg des Württembergischen Staatstheaters, Theaterkritiker und Redakteur der „Zeit“, verantwortlicher Kulturredakteur des „Spiegel“ und Herausgeber des Berliner „Tagesspiegel“. Er hat Drehbücher und Theaterstücke verfasst und zahllose Bücher veröffentlicht. Karasek war Professor am theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg und erlangte als ständiges Mitglied des legendären „Literarischen Quartetts“ im ZDF bundesweite Fernsehberühmtheit. Die Hamburger erfreut er seit einigen Jahren mit seinen Montagsglossen im Hamburger Abendblatt.

Thalbach und Karasek - ein Eloquenz-Leckerbissen!