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  Das Rohe und das Gekochte – Retrospektive Kameramann Bernd Meiners

SEHEN MIT DEM 7. SINN. RETROSPEKTIVE KAMERAMANN BERND MEINERS

Das Rohe und das Gekochte

DE 2012, Regie: Monika Treut, 83 Min.

Der Kameramann und Fotograf Bernd Meiners  1952 – 2026
Bernd Meiners war Kameramann für Spiel- und Dokumentarfilme, Fotokünstler, Klangkünstler, Lichtkünstler und Hörspielautor. Nach der Meisterprüfung für Fotografie 1974 studierte er 1980-86 Visuelle Kommunikation an der HfbK Hamburg. Ende der 1970er Jahre begann er mit der Filmkamera zu arbeiten und Hamburg wurde  sein Lebensmittelpunkt.
Er hat mehr als 120 Spiel- und Dokumentarfilme mitgestaltet, viele davon wurden auf internationalen Festivals gezeigt und mit Preisen ausgezeichnet. „Bernd hat bei meinen ersten Filmen die Kamera geführt. Seine Ruhe und Gelassenheit, seine positive, Mut machende Grundeinstellung, seine atmende Balance von Pragmatismus und künstlerischer Feinfühligkeit waren genau das, was wir brauchten, um in der manchmal gnadenlosen Branche unseren Platz zu finden“, schreibt die Regisseurin Hermine Huntgeburth in Erinnerung an die gemeinsame Arbeit mit ihm und sie drückt damit aus, was die meisten Filmemacher:innen in der wiederholten Zusammenarbeit über Jahrzehnte mit Bernd Meiners suchten.
Werbung, Fernsehspiele, Tatorte lehnte er ab, er wollte kein „Schnipsel-Lieferant“ für Fernsehredaktionen sein. Er schätzte und unterstützte mutige und künstlerische Projekte, arbeitete mit an den visuellen Konzepten und tauchte tief ein in die Themen der Filme. Dem Dokumentarfilm gehörte seine Leidenschaft.
Das hat ihn mit der Kamera in die Welt und auf fast alle Kontinente geführt. Mit der perfekten, intuitiven Beherrschung seines Handwerks war er immer nah bei den Menschen, die er porträtierte, er kommunizierte mit Blicken, seinem Lächeln. Auch in fremden Kulturen und Sprachen erkannte er mit seinem „7. Sinn“ genau den Moment für Bilder und Sequenzen, die wesentlich waren.
Die Retrospektive zeigt mit 13 Filmen und einem Kurzfilmprogramm die Vielfalt seiner Kameraarbeit in Anwesenheit der jeweiligen Regisseur:innen bis zum Februar 2027.

Auf einer kulinarischen Entdeckungsreise durch Taiwan macht Das Rohe und das Gekochte sieben Stationen: In Taipeh geht es um traditionelle Restaurants, ein legendäres Dumpling-Haus und die geselligen Nachtmärkte. Vorgestellt werden außerdem die deftige Küche der Hakka, der größten Einwanderergruppe Taiwans, sowie die puren Meeresköstlichkeiten der indigenen Ami. Ein Klosterbesuch zeigt den Einfluss des Buddhismus auf die taiwanische Küche. Ein kreativer Spitzenkoch lädt zum Festtagsschmaus und verbindet traditionelles Wissen mit besten Bio-Zutaten. Auch die junge Umweltbewegung kommt zu Wort und setzt sich gegen die fortschreitende Zersiedelung der hochindustrialisierten Insel ein. Ein ganzheitlicher Film über gutes Essen, Kultur und Umwelt.

Zu Gast: Monika Treut

In Kooperation mit dem Metropolis Kino.
Veranstaltungsort: Metropolis Kino, Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

© Abb. Filmstill aus „Das Rohe und das Gekochte“