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  Hommagen, Botschaften, Blumen – Universum Kurtág – Meilensteine in Jahrhunderschritten – Konzert zum 100. Geburtstag von György Kurtág

Konzert zum 100. Geburtstag von György Kurtág

"... Hommagen, Botschaften, Blumen ..."
Universum Kurtág -
Meilensteine in Jahrhunderschritten

Tanja Becker-Bender, Violine
Sofya Melikyan, Klavier

Ausgehend von Miniaturen aus Kurtágs Zyklen „Játékok“ für Klavier und „Signs, Games and Messages“ für Violine spannt das Duo Becker-Bender/Melikyan einen Bogen von 1726 bis 2026: Werke in Jahrhundertabständen, die in Verbindung mit dem Schaffen des Jubilars György Kurtág stehen, werden verwoben mit den tagebuchartigen, engen Wegbegleitern gewidmeten Stücken von Kurtág. Johann Sebastian Bach, Franz Schubert und George Enescu sind mit Werken aus den Jahren 1726, 1826 und 1926 vertreten, die jeweils einen Teil des Schaffens von Kurtág vertiefen, bis hin zum Volksmusik-Idiom der Nachbarvölker Ungarn und Rumänien. Darüber hinaus spinnt der spanische Komponist Iván Solano, der viele Jahre lang bei Kurtág in Budapest studierte, die Idee Kurtágs des jahrelang weiterwachsenden Zyklus fort und trägt zu diesem Programm mehrere neue Werke bei, die wiederum seinen eigenen Zykus zu Haikus von Basho im Jahr 2026 fortspinnen.

Programm:

György Kurtág (*1926) „Játékok“ für Klavier solo und „Signs, Games and Messages“ für Violine solo (Auswahl)

J.S. Bach (1685-1750) Drei Arien aus Kantaten (arr. für Violine und Klavier) aus dem Jahr 1726

Iván Solano (*1973) „For Márta and György Kurtág“ aus dem Zyklus „忽死地 . . . Kotsu Shichi…, Studies on light and movement“ inspiriert von Matsuo Bashô’s kompletter Haiku Sammlung (2026)

Franz Schubert (1797-1828) Rondo brillant h-moll für Klavier und Violine D 895 (1826)

Georges Enescu (1881-1955) Sonate Nr. 3 „dans le caractère populaire roumain“ (1926)

György Kurtág „Tre pezzi“ for violin and piano (1978)

Duo Tanja Becker-Bender, Violine, und Sofya Melikyan, Klavier

Bei einem Festival in Sevilla stellten Tanja Becker-Bender und Sofya Melikyan fest, dass sie nicht nur am selben Tag nahezu zur selben Stunde zur Welt gekommen sind – etwa 3000 km voneinander entfernt in Stuttgart und in Jerewan – sondern auch musikalisch bestens miteinander harmonieren. Ob klassisch mit den Sonaten von Beethoven, in der französischen Musik mit Fauré und Ravel, folkloristisch gefärbt oder beim Entdecken neuer Wege im 20. Jahrhundert – die beiden Musikerinnen gestalten inzwischen eine vielfältige Serie von Programmen zusammen.
Tanja Becker-Bender konzertierte als Solistin mit dem Tokyo Philharmonic, Jerusalem Symphony, Yomiuri Nippon Symphony und dem Houston Symphony Orchestra, Orchestre de la Suisse Romande, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Konzerthausorchester Berlin, dem English Chamber Orchestra und dem Wiener, dem Zürcher und dem Prager Kammerorchester unter Dirigenten wie Kurt Masur, Gerd Albrecht, Lothar Zagrosek, Uriel Segal, Fabio Luisi und Hartmut Haenchen. Auch als Kammermusikerin ist sie international gefragt und gab Rezitals in New York, Buenos Aires, Montevideo, Paris, London, Rom und Wien.
Sie pflegt ein Repertoire von großer Bandbreite, spielt auch Barock-geige und arbeitet mit Komponisten der Gegenwart. Ihre CDs erhielten Auszeichnungen von „Gramophone“, „BBC Music Magazine“, Fonoforum, International Music Magazine: Paganini 24 Capricen, Violinkonzerte von Reger, Busoni und Strauss, die kompletten Sonaten von Respighi, von Hindemith,von Schulhoff und von Bartók. Kürzlich erschien die Ersteinspielung dreier Violinkonzerte von Friedrich Eck aus der Mannheimer Schule bei cpo.
Sie studierte bei Wilhelm Melcher in Stuttgart, Günter Pichler in Wien und Robert Mann an der Juilliard School in New York und ist Preisträgerin der
internationalen Wettbewerbe in Genf, Chimay, Tokio (Bunkamura Orchard Hall Award), Houston, Gorizia und Genua (Paganini). Sie ist Professorin für Violine an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Die Pianistin Sofya Melikyan wird als „hochsensible Interpretin, die die technischen Aspekte stets der Rhetorik unterordnet“ (Remy Franck, Pizzicato) und „eine Musikerin mit starker, selbstbewusster Stimme“ (Klassik Heute) gelobt. Die in Jerewan geborene Pianistin ist regelmäßig in wichti-gen Konzertsälen der Welt und als Solistin mit Orchestern wie dem Armenian Philharmonic Orchestra, dem Radio- und Fernseh-Sinfonieorchester Spaniens, dem Cordoba Symphony Orchestra, dem Vancouver Symphony Orchestra, dem Valencia Symphony Orchestra, dem New Europe Chamber Orchestra, dem National Symphony Orchestra of Cuba, dem Spanish National Youth Orchestra, dem Royal Philharmonic of Galicia, dem Navarra Symphony Orchestra und der Sinfonia Toronto aufgetreten.
Als Gewinnerin zahlreicher internationaler Klavierwettbewerbe wurden Melikyans Auftritte vom Nationalen Radio und Fernsehen Spaniens, dem Nationalen Radio und Fernsehen Armeniens, dem Nationalen Radio Kataloniens, dem ABC Classic FM Radiosender in Melbourne, dem WFMT Radiosender in Chicago, Radio France, dem Deutschlandfunk, dem französischen Fernsehsender Mezzo, dem Radiosender WDR 3 in Deutschland, dem New Yorker Radiosender WXQR und vielen anderen übertragen.
Melikyan nahm die CDs „Women“ mit Werken zeitgenössischer Komponistinnen, „Spanish Piano Music“ mit Musik von Granados und Mompou, „Presence lointaine“, ein Ricardo Viñes gewidmetes Album, sowie die kompletten Klaviertrios von Brahms auf. Alle CDs haben international großen Anklang gefunden.
Ihre wichtigsten Lehrer waren Joaquín Soriano in Madrid und Solomon Mikowsky in New York, sowie Galina Eguiazarova, Brigitte Engerer und Ramzi Yassa.
 
© Abb. Uwe Arens (l.) |Kira Vygrivach | Lenke Szilágyi