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  Über Krebs sprechen – mit Literatur und Geschichte

GESPRÄCH MIT LESUNG

Über Krebs sprechen –
mit Literatur und Geschichte

Auftaktveranstaltung zum Jubiläum: 100 Jahre Hamburgisches Krebsregister
Mit Magdalena Schrefel, Peter Wawerzinek, Bettina Hitzer
Moderation: Jadwiga Kamola
Einführende Worte: Alice Nennecke

Krebs betrifft uns alle, und dennoch finden wir oft keinen sprachlichen Zugang zu dieser allgegenwärtigen Krankheit. Das Jubiläum des Hamburgischen Krebsregisters und eine für Juni 2027 geplante Ausstellung bieten Anlass zu fragen, wie wir zu Krebs passende Worte finden können – im Spannungsfeld vermeintlich neutraler Sprache medizinischer Diagnosen, anonymisierter Patientinnen- und Patientendaten und individueller Wahrnehmung.
Im Gespräch mit der Autorin Magdalena Schrefel und dem Autor Peter Wawerzinek sowie anhand von Auszügen aus ihren Texten „Kirschen. Herz mit Verband“ und „Rom sehen und nicht sterben“ diskutieren wir, wie (tradierte) sprachliche Bilder unser Denken und Fühlen über Krebs prägen und welche Rolle Literatur dabei spielen kann, neue Perspektiven auf Krankheit, Körper und Gesundheit zu eröffnen.
Die Kulturhistorikerin Bettina Hitzer ordnet die im Gespräch entwickelten Perspektiven emotionsgeschichtlich ein. Den Abend moderiert die Ideenhistorikerin Jadwiga Kamola, Kuratorin der Ausstellung „Über Krebs sprechen. 100 Jahre Hamburgisches Krebsregister“. Einführende Worte spricht die Leiterin des Hamburgischen Krebsregisters, Alice Nennecke.

Um Anmeldung wird gebeten, per Email an info@fadk.de

Magdalena Schrefel, 1984 geboren, studierte Europäische Ethnologie in Wien und Literarisches Schreiben in Leipzig. Sie schreibt Theaterstücke, Hörspiele und Erzählungen, für die sie vielfach ausgezeichnet wurde, zuletzt mit dem Robert Walser-Preis 2022 für ihren Erzählungsband „Brauchbare Menschen“ und mit dem NESTROY-Preis in der Kategorie Bestes Stück – Autor:innenpreis 2024 für „Die vielen Stimmen meines Bruders“. 2026 erhielt sie für ihren Text „Kirschen, Herz mit Verband“ den 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb.
Peter Wawerzinek wurde unter dem Namen Peter Runkel 1954 in Rostock geboren. Er wuchs in verschiedenen Heimen und bei verschiedenen Pflegefamilien auf. Seit 1988 betätigt er sich neben vielem anderen als freier Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger. Peter Wawerzinek hat zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen erhalten, u.a. Berliner Kritikerpreis für Literatur (1991), Ingeborg-Bachmann-Preis und den gleichnamigen Publikumspreis (2010), Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2024). Sein Roman „Rom sehen und nicht sterben“ war 2025 für den Deutschen Buchpreis und 2026 für den DELIA-Literaturpreis nominiert.
Bettina Hitzer, geboren 1971, ist eine deutsche Historikerin. Sie ist Professorin für Geschichte der Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und leitet dort den Bereich „Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin“ sowie das dortige Klinische Ethikkomitee. Zudem ist sie assoziiert am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin) sowie am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung. Bettina Hitzer beschäftigt sich in ihren Forschungen mit der Wissenschafts- und Medizingeschichte, insbesondere mit der Emotionsgeschichte sowie der Kindheitsgeschichte. In ihrer Habilitationsschrift „Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts“ untersucht sie die Entwicklung von Gefühlsregimen im Kontext der Krebserkrankung während des 20. Jahrhunderts. Die Arbeit wurde 2020 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch und Essayistik ausgezeichnet. Ihr aktuelles Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Geschichte der Adoption von Kindern in der DDR und der Bundesrepublik bis in die Transformationszeit der 1990er-Jahre.
Alice Nennecke, Jahrgang 1963, ist Ärztin und leitet das Hamburgische Krebsregister (HKR) in der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Sie gestaltete mit ihrem Vorgänger den Umbau des HKR von einer kleinen, auf Diagnosen und Sterbefälle in Hamburg begrenzten Einrichtung zu einem flächendeckenden behandlungsbezogenen Krebsregister mit dem Ziel, nützliche Daten für Forschung und Gesundheitsversorgung bereitzustellen. Alice Nennecke setzt sich auch überregional in verschiedenen Gremien für eine sinnvolle Krebsregistrierung ein und vertritt das HKR im Vorstand der Hamburger Krebsgesellschaft. Aktuell ist ihr die historische Aufarbeitung der 100-jährigen Geschichte des HKR ein wichtiges Anliegen.
Jadwiga Kamola ist Ideenhistorikerin und Kuratorin, sie konzipiert und leitet Ausstellungsprojekte sowie Veranstaltungen an Museen, Gedenk- und Forschungseinrichtungen. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Medizingeschichte, der deutschen Gewaltgeschichte, insbesondere im Nationalsozialismus, sowie der jüngsten Migrationsgeschichte. Aktuell kuratiert sie eine Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Hamburgischen Krebsregisters und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Medizinhistorischen Museum, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

In Kooperation mit dem Hamburgischen Krebsregister und dem Medizinhistorischen Museum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf 

© Abb. v.l.n.r.: Manu Zalewski | MPIB – Max-Planck-Institut für Bildungsforschung | Stefanie Kulisch | privat