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  Verleihung des Italo Svevo Preis 2026 an Annette Hug
Preisverleihung

Verleihung des Italo Svevo Preises 2026

An Annette Hug
Laudatio: Beatrice Faßbender
Asiia Garipova, Violine · Mihail Cunetchi, Akkordeon

Der Italo Svevo Preis der Freien Akademie der Künste in Hamburg geht in diesem Jahr an die Schweizer Autorin Annette Hug. Die Preisverleihung findet am 12. November 2026 um 19 Uhr in der Freien Akademie der Künste statt und steht unter der Schirmherrschaft des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg.

Der Preis wird seit 2001 vergeben. Er preist und fördert ein Werk deutschsprachiger Prosa, das in mindestens drei eigenständigen Buchveröffentlichungen schon die Kontur seines Ranges erkennen lässt. Der Preis ehrt literarischen Eigensinn und ästhetische Souveränität. Er ist mit 15.000,- Euro dotiert. Die Jury des Italo Svevo Preises besteht aus der Übersetzerin und Lektorin Beatrice Faßbender, der Autorin und Svevo-Preisträgerin Sabine Peters und als Juryvorsitz dem Verleger Sebastian Guggolz.
Seit 2025 findet die Preisverleihung in der Trägerschaft der Freien Akademie der Künste in Hamburg statt, ermöglicht durch die Martha Pulvermacher Stiftung.
Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg.

Wir laden Sie sehr herzlich ein, an der festlichen Verleihung in den Räumen der Akademie teilzunehmen!
Neben dem Juryvorsitzenden Sebastian Guggolz wird Carsten Brosda, Hamburger Senator für Kultur und Medien, einen Videogruß senden. Die Laudatio auf Annette Hug hält Beatrice Faßbender.
Für den musikalischen Teil des Abends sorgen die Violonistin Asiia Garipova, gemeinsam mit dem Akkordeonvirtuosen Mihail Cunetchi. Gespielt werden Helmut Lachenmanns „Toccatina“ für Violine solo, José Eduardo Muñoz ‚ „Khronoi“ für Violine und Akkordeon sowie eine Improvisation für Violine solo.
Im Anschluss laden wir alle Gäste zu einem kleinen Empfang ein!
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung bis spätestens 2. November 2026 per E-Mail unter info@fadk.de oder telefonisch unter 040 324632 erforderlich!

Annette Hug ist 1970 in der Schweiz geboren. Sie hat in Zürich Geschichte und in Manila »Women and Development Studies« studiert. Nach Tätigkeiten als Dozentin und Gewerkschaftssekretärin lebt sie seit Januar 2015 als freie Autorin und veröffentlichte bislang vier Romane. 2017 wurde sie dafür mit einem der Schweizer Literaturpreise und 2022 mit dem ZKB-Schillerpreis ausgezeichnet. Von August 2018 bis April 2026 erschien in der Wochenzeitung WOZ ihre Kolumne »Ein Traum der Welt«. Seit 2024 veröffentlicht sie Übersetzungen von Filipino (Tagalog) ins Deutsche.

Die Begründung der Jury:
Annette Hugs Prosa ist kaum unter einen Hut zu bringen. So originell, so eigenständig, so raffiniert ist jeder ihre bisher vier Romane – von »Lady Berta« (2008) über »In Zelenys Zimmer« (2010) und »Wilhelm Tell in Manila« (2016) zu »Tiefenlager« (2021) –, dass sich kaum eine Überschrift darüber setzen ließe. Was dieses Werk zusammenhält, ist die große stilistische und formale Trittsicherheit und eine gedankliche Schärfe, die ihresgleichen sucht. Sei es in »Wilhelm Tell in Manila«, wo mit der Übersetzung von Schillers Drama ins Tagalog nicht nur das Schweizer Mythenstück übertragen wird, sondern gleich sämtliche Revolutionsideen und ihre von der westlichen Aufklärung geprägten Freiheitsbegriffe mit dazu; oder in »Tiefenlager«, das sich in einem faszinierenden Gedankenspiel mit Zeitlichkeit, Endlichkeit und mit der Möglichkeit der Verständigung über Generationen hinweg auseinandersetzt. Sprache und Form sind bei Annette Hug nie nur Mittel zum Zweck, sondern der ureigene Austragungsort ihrer Literatur. Hier wird Sprechen und Denken, menschliches Miteinander und Geschichte, ja: einfach alles verhandelt. Für ihre aufrüttelnde Waghalsigkeit und die glanzvolle Meisterschaft ihres Schreibens wird Annette Hug mit dem Italo Svevo Preis 2026 ausgezeichnet.

Abb. © Michel Bührer

Der Italo Svevo Preis und die Verleihung werden gefördert durch die
Martha Pulvermacher Stiftung