Vier Uraufführungen – Kompositionen für die Hans-Henny-Jahnn-Orgel von Claus Bantzer, Manfred Stahnke, Szigmond Szathmáry und Ruth Wiesenfeld

Uraufführungen am Stadtrand:
Neue Musik für die Hans-Henny-Jahnn-Orgel in Langenhorn

Als die Hans-Henny-Jahnn-Orgel in der Ansgar-Kirche in Langenhorn 2008 restauriert wurde, war das Erstaunen über die Qualität und das ungewöhnliche Klangbild des Instruments groß. Dabei war der Schriftsteller und Orgelkonstrukteur Jahnn (1894-1959) selbst zunächst nicht ganz zufrieden mit der Ausführung seiner Pläne. Das war 1931, und als die Mängel zwei Jahre später behoben werden konnten, hatte er sich sicherheitshalber nach Dänemark absetzen müssen. Denn mit Hitlers Machtübernahme war auch er in Gefahr geraten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Instrument jahrzehntelang stillgelegt. Möglicherweise konnte seine Wiederherstellung im 21. Jahrhundert gerade deshalb zu einem Glücksfall für die Orgelstadt Hamburg werden.
Hans Henny Jahnn hat allerdings nicht nur wegweisende Orgeln konstruiert und mit “Perrudja” und “Fluß ohne Ufer” zwei der bedeutendsten Romane der Moderne geschrieben. Er hat auch die Freie Akademie der Künste gegründet. Deshalb hat diese jetzt dazu eingeladen, neue Musik für die Jahnn-Orgel in Langenhorn zu komponieren.
Die namhafte Konzertorganistin Kerstin Petersen bringt Kompositionen von Ruth Wiesenfeld und Manfred Stahnke zur Uraufführung,  die Komponisten und Organisten Szigmond Szathmáry und Claus Bantzer spielen selbst ihre neuen Werke für die Jahnn-Orgel.
Jan Bürger, Autor der Hamburger Kulturgeschichte “Zwischen Himmel und Elbe” (C.H. Beck, 2020), gibt Einblick in die Geschichte der Orgel und die Gedankenwelt ihres Konstrukteurs.

Veranstaltungsort: Ansgarkirche,  Langenhorner Chaussee 266, 22415 Hamburg

Abb. v.l.n.r. Hans-Henny-Jahnn-Orgel (© Julia Götting ) | Manfred Stahnke (© ️privat) | Ruth Wiesenfeld (© Detlef Baltrock) | Claus Bantzer (© ️Claus Bantzer) | Szigmond Szathmáry (© Michael Pitz-Grewenig)