Weiterbauen – Nachnutzungskonzepte denkmalgeschützter Bauten

Veranstaltungsreihe

Weiterbauen - Nachnutzungskonzepte denkmalgeschützter Bauten

Eine Kooperation von Freie Akademie der Künste in Hamburg, DENKMALSCHUTZAMT HAMBURG, BDA HAMBURG und HAMBURGISCHE ARCHITEKTENKAMMER

 

Da der überwiegende Teil planerischer Aufgaben heute im Bereich des Bauens im Bestand liegt, veranstalten vier kooperierenden Hamburger Baukultur-Institutionen seit dem Jahr 2005 eine Vortrags- und Führungsreihe mit dem Titel „Weiterbauen – Nachnutzungskonzepte denkmalgeschützter Bauten“, bei der in Vor-Ort-Terminen mit Investoren, Bauherren, Architekten, Landschaftsarchitekten, Denkmalpflegern und Nutzern die Tauglichkeit umgenutzter Bestandsbauten exemplarisch untersucht wird. Die aktuellen Veranstaltungen und einen Überblick über vergangene Veranstaltungen finden Sie hier.

MITTWOCH, 11.8.2021, 16 UHR
Revitalisierung Spiegel-Insel und Hamburg Heights

Referenten:
Frank Weitendorf (Winking · Froh Architekten GmbH, Hamburg)
Peter Brieger, Annika Liebsch (Möhrle Happ Luther)
Christoph Schwarzkopf (Denkmalschutzamt)

In der Nachkriegszeit folgten die beiden Bürohochhäuser für Spiegel
und IBM dem Ideal des „fließenden Raumes“. Als Ausdruck des neuen
städtebaulichen Selbstbewusstseins fungierten sie als optischer Endpunkt
der Ost-West-Straße. Mit den drei Neubauten werden die Verkehrsachsen
wieder räumlich gefasst und die Erdgeschosse für Passanten geöffnet. Im
Inneren des Quartiers entstehen neue ruhige Außenräume und
Wegebeziehungen von hoher Aufenthaltsqualität. Neben den
denkmalgeschützten Hochhäusern nehmen sich die drei Neubauten
gestalterisch durch ihre gleiche Höhe und eine elegante Fassadensprache
zurück.
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MITTWOCH, 18.8.2021, 16 UHR
HEILWIG-GYMNASIUM

Referenten:
Stefan Waselowsky (Winking · Froh Architekten GmbH, Hamburg)
Wibke Voigt (SBH I Schulbau Hamburg)
Christoph Bartsch (Denkmalschutzamt)

Das traditionsreiche Schwestergymnasium des Johanneums war als
typische Serienschule nach Paul Seitz neu errichtet und anschließend
mehrfach ergänzt worden. Die jüngste Erweiterung am Heilwig-Gymnasium
liegt östlich der bestehenden Sporthalle. Es entsteht eine einladende
Eingangssituation, die sich neben dem Bestand zurücknimmt. Der kompakte
Baukörper stapelt die Nutzungen Sport und Unterricht und trägt damit den
knapp bemessenen Schulhofflächen Rechnung. Die Sporthalle wird beinahe
zur Hälfte in das Gelände eingegraben und erhält Oberlichter. Der Bezug
der Materialien zum Bestand schafft eine selbstverständliche Verbindung
zwischen Alt und Neu, eine gebaute Verbindung von Geschichte und
Gegenwart.
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Mittwoch, 25.8.2021, 16 Uhr 
Oberhafenquartier

Referenten:
Felix Franke-Busdiecker (Gössler Kinz Kerber Schippmann
Architekten Stadtplaner PartG mbB, Hamburg)
Dieter Gärtig (HafenCity Hamburg GmbH)
Christoph Schwarzkopf (Denkmalschutzamt)

Das Oberhafenquartier besteht aus drei langgestreckten Güterhallen
und diversen Büro- und Bahngebäuden aus unterschiedlichen Baujahren von
ca. 1870 bis in die 1980er Jahre. Das ehemalige Bahngelände befindet
sich nun im Stadteigentum und wird als Kultur- und Kreativquartier
entwickelt und gefördert. Es entstehen Ateliers, Kleingewerbeeinheiten,
Büros und Ausstellungsflächen zur kreativwirtschaftlichen Nutzung. Um
niedrige Mieten realisieren zu können, musste für die Revitalisierung
ein einfaches und pragmatisches Konzept entwickelt werden, was den
Mietern maximalen Freiraum für den individuellen Ausbau der jeweiligen
Mieteinheit lässt. Die Gebäudehülle wurde bedarfsgerecht saniert, in die
Fassadenöffnungen neue Stahl-Fenster- und -Türelemente eingebaut bei
gleichzeitigem Erhalt der alten Schiebetore, um den Charakter der
historischen Güterhallen zu erhalten. Durch Raum-in-Raum-Lösungen konnte
auf aufwändige Dämmmaßnahmen der Gebäudehülle verzichtet werden. Die
alten Verladerampen, die auch dem Hochwasserschutz dienen, wurden durch
neue Treppen und Rampenanlagen zu einem barrierefreien Erschließungssteg
umfunktioniert.
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Mittwoch, 1.9.2021, 16 Uhr
Ehemaliger Güterbahnhof Altona

Referenten:
Alexander Krauss (Denkmalschutzamt Hamburg)
Volker Schmidt (Architekturwerkstatt)

Im Zuge der ersten Verlegung des Altonaer Bahnhofs von der Palmaille an den heutigen Standort wurde der damalige „Güterbahnhof Ottensen“ in den 1890er Jahren zum Güterbahnhof Altona erweitert. Zwischen 1943 und 1960 mehrfach aus-, um- oder wieder aufgebaut steht der gesamte Komplex heute unter Denkmalschutz. Als zentraler Teil der im entstehen begriffenen „Neuen Mitte Altona“ wurden die zum Ensemble gehörenden “Güterhallen” zu einem Nahversorgungszentrum mit Fitnesscenter, Drogeriemarkt, einem Fachmarkt für Künstlerbedarf, Gastronomieflächen und zuletzt einem rund 3.700qm großen Lebensmittelmarkt umgebaut. Die ehemalige „Kleiderkasse“ inmitten des neu geschaffenen Stadtteilparks beherbergt heute Gastronomie, eine Kita und ein Co-Working-Arbeitsplätze.
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Mittwoch, 8.9.2021, 16 Uhr
Kolbenhöfe

Referenten:
Sven Ove Cordsen
(Partner coido architects, Hamburg)
Tobias Trapp (Kolbenhof e.V.)

Auf dem Kolbenschmidt-Areal, einem 2009 geschlossenen Werk für
Motorkolben im Hamburger Stadtteil Ottensen, sollte in einem
eingeladenen Wettbewerbsverfahren mit intensiver Bürgerbeteiligung das
neue Quartier der Kolbenhöfe entwickelt werden. Eine Vorgabe bestand
darin, die bunte Vielfalt des Stadtteils fortzuführen und eine Mischung
aus Wohnen, Gewerbe und Handwerk in die teilweise erhaltenswerten
Bestandsstrukturen einzubetten. Der mit dem ersten Preis prämierte
Beitrag von coido architects orientiert sich grundsätzlich an der
linearen Struktur der bestehenden Hallen und wird durch Neubauten
unterschiedlicher Typologie ergänzt. 2018/2019 wurde die mit prägnanten
Sheddächern versehene „Halle 7“ kostengünstig instandgesetzt, durch
einen von coido architects geplanten Neubau erweitert und der
Genossenschaft Kolbenhof e.G. zur Nutzung übergeben. Die seit 2012 auf
dem Gelände ansässigen Gewerbetreibenden erhielten so günstige und
vielseitig nutzbare Flächen. Mit den Arbeiten an der Halle 7 startete
die bauliche Revitalisierung des Kolbenhofareals. Das städtebauliche
Gesamtkonzept wird in den kommenden Jahren auf der Grundlage des von
coido architects ausgearbeiteten Bebauungsplans umgesetzt.
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Mittwoch, 15.9.2021, 16 Uhr
Görtz-Palais

Referenten:
Volker Budelmann, Quantum AG
Christoph Schwarzkopf, Denkmalschutzamt Hamburg
Frank Nicolovius, HN Architekten

Das Görtz-Palais am Neuen Wall 56 durchlief in seiner mehr als 300jährigen Geschichte verschiedene Metamorphosen, die am Gebäude bis heute ablesbar sind. 1711 von Johannes Nicolaus Kuhn als Stadtpalias erbaut, wurde es ab 1814 als Teil des ‚Stadthauses‘ von der Hamburger Polizei-Behörde genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in weiten Teilen zerstört, lediglich die ursprünglich in Backstein gehaltene und seit 1776 verputzte barocke Hauptfassade und einige dahinterliegende Mauern wurden erhalten. Hinter ihnen entstand ab 1953 nach Plänen von Carl-Friedrich Fischer ein siebengeschossiger Neubau. 2019 schließlich wurde das Gebäude unter Beteiligung von Caruso St. John Architects, London und HN Architekten Hamburg Teil des neu entstehenden Quartiers der „Stadthöfe“.
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Freitag, 17.9.2021, 16 Uhr
Springer-Quartier

Referenten:
Hinrich Müller, gmp Architekten
Felix Grelck, Momeni Group
Christoph Schwarzkopf, Denkmalschutzamt Hamburg

Der ab 1950 nach Plänen von Ferdinand Streb erbaute und 1956 vom Verlag bezogene, 14geschossige Kopfbau des Axel-Springer Verlagsgeländes in der Hamburger Innenstadt wurde von gmp Architekten modernisiert. Neben der markanten, seit 1997 unter Denkmalschutz stehenden Hochhausscheibe mit Sockel wurde zudem ein Büro- und Geschäftsgebäude errichtet. Im Rahmen der Sanierung wurde das 50 Meter hohe Gebäude energetisch modernisiert, ohne das Erscheinungsbild wesentlich zu verändern und der Innenausbau komplett erneuert, um einer modernen Büronutzung zu entsprechen. Mit einer hellen Natursteinfassade knüpft der Neubau an das Erscheinungsbild des Hochhauses an, so dass ein stimmiges Ensemble aus Alt- und Neubau entsteht.
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Mittwoch, 22.9.2021, 16 Uhr
Hochbunker Frieda

Referenten:
Björn Liese (Architekt)
n.n. (Frieda Ottensen GmbH & Co. KG)

Ein Hochbunker aus der NS-Zeit inmitten eines gründerzeitlichen Blocks in Ottensen wurde vom Architekten Björn Liese in ein Wohnhaus mit 15 Eigentumswohnungen umgewandelt. Während von außen nur noch im Erdgeschoss die Geschichte des Bauwerks zu erkennen ist, weil die Obergeschosse mit einer Wärmedämmung versehen werden mussten, treffen im Inneren Alt und Neu umso spannungsvoller aufeinander: die Betonwände mit ihren Nutzungsspuren und Texturen erzeugen eine enorme Präsenz – wirken jedoch nie erdrückend, weil sie vom Architekten gekonnt integriert wurden in ein modernes Raum- und Ausbaukonzept. Abschluss und Clou des umgebauten Bunkers ist schließlich ein großer Dachgarten für alle Bewohner*innen.
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Mittwoch, 29.9.2021, 16 Uhr
U-Bahnhaltestelle Landungsbrücken

Referenten:
Dirk Landwehr (trapez Architektur)
n.n. (Hochbahn)
n.n. (Denkmalschutzamt Hamburg)

Die U-Bahnhaltestelle Landungsbrücken ist ein äußerst komplexes Bauwerk mit Zeitschichten von 1910 (Bahnsteige von Johann Emil Schaudt und Walter Puritz), 1923 (östlicher Eingang von Walter Puritz) und der 1960er Jahren (Brücke und westliches Eingangsbauwerk von Fritz Trautwein). Die intensiv vom Denkmalschutzamt begleitete Sanierung und Modernisierung durch trapez Architekten ist eine Meisterleistung: Die Zeitebenen sind nun wieder pur erlebbar, ergänzt durch notwendige zeitgenössische Einbauten, die sich dezent einpassen. Historische Elemente wie Geländer, Mauern, Kassettendecke oder genietete Stahlträger wurden freigelegt, das Dach komplett erneuert, frühere Elemente wie Sprossenfenster wieder eingefügt. An ein einstiges Türmchen erinnern heute in moderner Form zwei Glasaufzüge.
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Für alle Veranstaltungen gilt: Eine verbindliche Anmeldung ist zwingend erforderlich bis spätestens sieben Tage vor der jeweiligen Veranstaltung per Fax an (040) 32 69 29 oder per eMail an weiterbauen@fadk.de. Begrenzte Teilnehmerzahl nach Reihenfolge der Anmeldungen. Informationen zum jeweiligen Treffpunkt und den geltenden Corona-Auflagen erhalten Sie bei Anmeldung. Unkostenbeitrag 5,– Euro pro Person und Veranstaltung, fällig bei Anmeldung.

Abbildung:  Ehemaliger Güterbahnhof Altona | © Marc-André Gustke
 
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